Montag, 22. August 2005

Tag 18: Kabel und Radkästen

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Neuer Tag, neues Glück. Ich mache mich an die Arbeit und blende die "Starkstrom-Problematik" weitestgehend aus.




Weitestgehend, denn beim Öffnen der Garagen fällt mein Blick unweigerlich auf die Türe, hinter der sich der Grund verbirgt, warum das mit dem Starkstrom in nächster Zukunft wohl nichts geben wird.




Ich habe also weiterhin weder Starkstrom noch "normalen" Strom. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als Tätigkeiten durchzuführen, bei denen ich keinen Strom brauche.


Putzen

Vor einigen Wochen hatte ich das Kühlwassser-Expansionsgefäß außen von einer millimeterdicken Schmutzschicht befreit. Der Dreck innen drin hielt allen Versuchen mit "Cillit Bang" (was für ein schräger Produktname) und den anderen Mittelchen stand.




Also wird heute auf ein japanisches Hausrezept zurückgegriffen, um den Innenraum des Behälters zu reinigen. Mit Eierschalensplittern.


Das Rezept:

Man gebe sich den totalen Eiweißschub in Form von hartgekochten, gerührten, gespiegelten oder weich gekochten Eiern zum Frühstück (mindestens 5 Stück) und hebe die Eierschalen auf. Alternativ bietet sich hier auch ein guter Zeitpunkt, um den Inhalt der Eier, die in einer "Eierlaune" gekauft aber dann doch nicht gegessen wurden und im Kühlschrank das Verfallsdatum weit überschritten haben, zu entsorgen.

Die Eierschalen werden mit der Hand zerrieben und die ungleichmäßig großen Splitter bilden dann ein optimales "Naturschleifmittel".




In Kombination mit ein bisschen Wasser, Spüli, Cillitbang oder sonstigen Reinigern werden die Schalensplitter in das zu reinigende Gefäß gegeben und dann wird ordentlich geschüttelt, bzw. das Behältnis so hin und her bewegt, dass die Schalen jeweils über eine der Innenflächen schleifen.

In der Familie, bei der ich das "Verfahren" in Japan kennen gelernt habe, wurde es eingesetzt, um Kaffeereste aus Kaffeekannen oder festgebackene Reste aus Kochtöpfen oder Pfannen zu beseitigen.

Doch auch für "Expansionsgefäße" mit einem schmierigen Gemisch aus Kühlwasserrückständen, Öl, Schmutz und Fliegenbeinen erzielt es das gewünschte Resultat.

Der Behälter ist nun auch von innen piekfein sauber:




Mein Tipp an alle: Eierschalen in Zukunft immer aufheben. Je mehr man davon hat, desto besser.


Genug geputzt

Jetzt wird wieder geschraubt.

Ich mache weiter im Innenraum. Heute stehen die Radkästen auf dem Plan. Da einige der Stromleitungen über den, bzw. entlang der Radkästen verlaufen, muss einiges erstmal abgestöpselt werden. Alle Kabel, die ich "abstöpsel" werden mit einem Etikett beklebt, welches mir sagt, um welches Kabel es sich hier handelt.



Gleich beim ersten Kabel stehen mir die Fragezeichen im Gesicht. Was ist das für ein Klotz, zu dem eine Abzweigung des Hauptstromkabels auf der Fahrerseite führt. Hier ist Selbsthilfe angesagt.

Vor knapp drei Jahren, als ich meine ersten Schraubversuche an dem Wagen gewagt habe, hatte ich mir mal ein komplettes Handbuch irgendwo im Internet runter geladen. Um ölverschmierte und zerfledderte Seiten, wie ich sie bis dahin bei meinem Elektro-Schaltplan schon erlebt hatte, künftig zu vermeiden hab ich mir die Arbeit gemacht und jede Seite des Handbuchs einzeln eingeschweißt. So kann ich ohne weiteres jede Seite auch mal einzeln herausnehmen und neben die aktuellen Arbeiten legen und Schmutz und Öl kann ich einfach wieder abwischen.

Auch wenn ich damals bestimmt 2 Stunden mit dem "laminieren" verbracht habe, kann ich diesen Aufwand nur jedem Schrauber empfehlen, der irgendwo Zugriff auf ein A4 Laminiergerät hat. Bzw. einfach mal bei Ebay reinschauen, da gibt's die Dinger relativ günstig.




Kurz also in meinem laminierten Handbuch nachgeschlagen finde ich raus, dass es sich bei dem "Klotz" um den Starter handelt. Wieder was gelernt.




Das Starterkabel wird also entfernt und alles, was sonst noch so bei der Demontage der Radkästen im Weg ist. Alle Kabel werden fein säuberlich beschriftet:




Dann kommen die Radkästen an die Reihe. Ganz schön schwere, grobe Teile… Die roten Teile oben (hinterer Radkasten auf dem Photo) sind tatsächlich mit einer extrem biestigen schwarzen Masse mit den Radkästen selbst verklebt. Denke da muss mal ein Heißlutföhn dran, um die Teile voneinander zu trennen.

Denke aber auch mal, dass das, was "Schlosser" gesagt hat hier zutrifft und ich die Teile beim Zusammenbauen wieder verklebe auch wenn's nicht original ist.




Damit sie beim rumräumen nicht unnötig verkratzen entferne ich heute auch gleich die Landcruiser-Embleme und poliere Sie mit Tuch und Rasant.




Der Ventilator für die Innenraumbelüftung ist heute auch an der Reihe. Das Dichtungsmaterial bröckelt schon weg, wenn man es nur anschaut…




Auf jeden Fall sind wir heute wieder ein ganzes Stück weitergekommen. Der Motorraum ist von der gesamten Verkleidung befreit.




Und es sind wieder einige demontierte Teile hinzugekommen…




Alles in allem bin ich mit dem Ergebnis des heutigen Tages sehr zufrieden. Wenn ich demnächst noch Strom habe, kann ich endlich auch mal wieder ein paar Nachtschichten einlegen…




Archivmaterial




























































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3 Kommentare / Ratschläge

Anonymous Anonymous hat gesagt...

Tobi... hat gesagt...

Hi!

Ich heisse Tobi, bin von Beruf Elektriker, aber leider nicht aus deiner Nähe.
Ich wollte ne kleine Anmerkung zu deinem Stromproblem absondern, da ich mit sowas häufiger, ich glaube sogar jeden Tag, zu tun habe.
Dein Schweissgerät (feines Teil übrigends, hätte ich auch gern) wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an der stinknormalen Steckdose betreiben können, die bei dir an der Wand kleben müsste.
Schweissgeräte haben keine konstante Leistungsaufnahme, sondern der Strom, den so'n Teil zieht, richtet sich nach dem Schweissstrom.
Wenn du also mit niedrigem Strom schweisst, sollte deine Zuleitung das abkönnen, ohne dass du deine Petroleumfunzel anwerfen musst. Bei der Flex könnte es Probleme geben, weil die Dinger nen hohen Einschaltstrom produzieren, der gern mal nen Automaten in der Verteilung wirft. Lässt sich aber mit ner entsprechenden Auslösecharakteristik kompensieren.
Sag deinen Elektrikerkumpel, er solle bitte mal abklären, wie deine Zuleitung abgesichert ist. Neozed wäre optimal, die sind so träge, dass sie auch den Einschaltstrom von ner anständigen Flex abkönnen, ohne Rauchzeichen zu geben.
Wenn deine Zuleitung mit nem Automaten abgesichert ist (B10, B16 etc.) kann man den wahrscheinlich gegen nen Automaten mit C-oder sogar K-Charakteristik tauschen. Der verkraftet auch hohe Einschaltströme. Der Stromer soll aber im Falle des einlenkens des Vermieters ne Schutzmassnahmenprüfung machen, sonst gibts Ärger mit der Versicherung, wenn sich da nachher einer ne neue Frisur holt.
Und tret deinem Vermieter mal anständig in die Heckpartie, wenn er dir ne Garage mit Strom vermietet, hat da gefälligst auch Strom zu sein. Wär ja noch schöner, einfach so nen Bastler an der Arbeit zu hindern, tztztz.

Gruß Tobi

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Anonymous Tsuppari hat gesagt...

wow, vielen Dank für den langen Kommentar. Ein super Input, der mich extrem glücklich macht!

Die existierenden Kabel hier sind leider alle völlig marode. Werde die komplette Elektrik mit meinem Kumpel neu aufbauen.

und wenn ich erst Strom hab geht's richtig los ;-)

das mit dem vermieter stimmt schon. allerdings hebe ich mir diese karte noch für später auf...

also, beste grüße aus Berlin und aufs allerherzlichste willkommen im experiment!

Tsu.

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Anonymous Reinhard hat gesagt...

Behälter von innen säubern:

Bei kleinen Kunststoffbehältern geht es von Hand gut, aber bei größeren Behältern, vor allem aus Metall (z. B. beim Tank), werden die Arme schnell lang.

Ein probates Mittel besteht dann darin, die Eierschalen durch alte Schrauben oder Muttern zu ersetzen und die Arme durch eine Speißmaschine. Der Behälter wird vorne drangebunden, der Strom eingeschaltet :-), und dann musst Du nur noch ab und zu am Rand drehen, damit die Schrauben auch in jede Ecke gelangen.

Gruß

Reinhard

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