Montag, 12. September 2005

Tag 21: Der Ventilator

<< rückwärts   Schnellnavigation   vorwärts >>





Das Experiment hat (endlich) Strom, und ich denke, dass das Thema mit der doch weitaus umfangreicheren Umsetzung als erhofft, nachhaltig vom Tisch ist.

Kommende Woche bekomme ich das Schweißgerät und dann wird sich letztendlich zeigen, ob die ganze Konstruktion bei starker Belastung trägt und ich wirklich einen finalen Haken an die ganze Sache machen kann.




Bevor ich mich heute an die eigentliche Arbeit mache, optimiere ich in gleißendem Neon-Licht noch ein bisschen an Lagerhaltung und "Ablagestrukturen" und schaffe mir am Arbeitstisch den nötigen Platz.




Dann werfe ich erstmal den (bisher nutzlos rumstehenden) Staubsauger an und sauge den Innenraum frei von Rostteilchen, Schmutz und insbesondere den kleinen Metallsplittern, die beim Bohren der Löcher für die Befestigung der Neonröhre am Garagen-Stahlträger abgefallen sind.




Die Flex

Bei meiner letzten Baumarkt-Tour für die Elektro Installation habe ich den Fehler gemacht, auf dem Rückweg, von Neugierde getrieben beim angrenzenden Werkzeug-Fachhandel vorbeizuschauen. Ich wollte "nur mal gucken" und bin 10 Minuten später dort dann allerdings mit ner Flex und diversem Kleinkram wieder rausgekommen.

Diese will natürlich jetzt sofort ausprobiert werden. Als erstes werden diverse überstehende Blechschrauben an den Garagenwänden abgeflext, damit niemand mal dran hängen bleiben kann.

Anschließend knöpfe ich mir die Herd-Abdeckplatte vor, die ich beim Abliefern des alten Kabel-Schrotts aus dem Container beim Schrottverwerter gefischt habe. Das Ding soll meine Unterlage fürs Schweißen werden, doch vorher müssen 2 Seitenkanten abgeschnitten und der ganze Lack entfernt werden.

Da kommt Freude auf. Der Winkelschleifer macht ordentlich Alarm (Gehörschutz wird die nächste Anschaffung) und ein Funkenregen prasselt auf meine Overall-bewehrten Beine nieder. Die Kanten sind schnell abgeschnitten. Macht auch richtig Bock!

Beim Lack-Entfernen tue ich mich etwas schwer, da ich entweder nicht den richtigen Winkel hinbekomme oder es einfach normal ist, dass man mit der Flex immer nur ca. 2-3 cm breite Streifen vernünftig erwischt und entlackt.

Denke, hier wäre ein Excenter-Schleifer die richtige Wahl, doch das Budget ist inzwischen am Limit angelangt und ich muß schauen, wie ich improvisiere.




Willkommener Besuch

Zum Glück bekomme ich eine Gelegenheit diese blöde Arbeit vorerst einzustellen, nämlich Besuch von einem BJ-Fahrer, den ich neulich zufällig bei der Begutachtung eines am Straßenrand stehenden Landcruiser BJ 45 (die lange Version von meinem BJ 42) kennengelernt habe. "Ach Du bist der mit dem Experiment" waren seine Worte und heute ist spontan vorbeigekommen.

Wir haben eine ganze Weile gemeinsam gefachsimpelt und er hat mir unter anderem erzählt, wie er seinen Wagen mal für einen Filmdreh verliehen hatte. Für eine Szene wurde ein Braunbär auf dem Beifahrersitz gesetzt, der bei dieser Gelegenheit dann prompt ein riesten Stück aus dem Amaturenbrett rausgebissen hatWas es nicht alles gibt...

Interessant war, beim Begutachten seines BJ wieder ein paar neue Details zu entdecken, die es beim meinem Wagen nicht (oder nicht mehr gibt). Dazu gehören zum Beispiel die kleinen Schalter an den Türen, die die Innenraumbeleuchtung beim Türen öffnen automatisch anschalten.

Frage: Gab's auch welche ohne oder fehlt das tatsächlich beim meinem?

Die kleine "Reling" oben hinten habe ich so auch noch nicht gesehen.




Jetzt aber an die Arbeit

Damit sich nicht irgendwann ein Haufen von Teilen auftürmt, die alle behandelt werden wollen, knöpfe ich mir einzelne Komponenten immer mal wieder zwischendurch vor. So heute den Lüftungsventilator für die Innenraumbelüftung.

Wieder mal ein ordentlich verschmodderter und verölter Klotz…






Das Ding wird in seine Einzelteile zerlegt. Entgegen den geäußerten Ratschlägen bezüglich "never touch a running system" schraube ich von dem Ding ab, was abzuschrauben geht.

Als ich den Motor öffne springen mir zwei Federn entgegen und ich kann trotz intensiver Begutachtung nicht feststellen, wo die mal gesessen haben sollen. Na super. Soviel zum Thema: Das hätte ich mal lieber bleiben lassen sollen.




Nach der Demontage mache ich mich daran, die alten, extrem maroden, Isolierbandreste abzupulen.




Dabei helfen sollte mir eigentlich ein Skalpell, das ich irgendwann mal im vorbeigehen bei "Mäc Geiz" gekauft hatte.

Hatte damals gedacht, dass man mit einem billigen Skalpell eigentlich nichts falsch machen kann.

Weit gefehlt. Schon nach wenigen Handgriffen ist das Ding im Eimer. Kein Wunder. Der Teil, der ins Gewinde des Griffes geschraubt wird, ist aus Plastik.

Ich fühle mich in meiner Einstellung bestätigt, in der Regel lieber ein bisschen mehr Geld auszugeben, und gleich was vernünftiges zu kaufen. So verhindert man nämlich in der Regel Reinfälle wie diesen hier. Wie der Vater meiner Freundin immer sagt: "Billig gekauft ist zweimal gekauft.




Der Ventilator selbst hat ordentlichst Staub angesetzt.



Insgesamt hole ich von dem ganzen Ventilations-System im trockenen Zustand eine ganze Menge bröseligen Dreck runter.




Das letzte verbaute Teil wird entfernt,…




das ganze Zeug wird erstmal in Wasser (ja ich habe auch Wasser!) und Reinigungsmittel eingelegt…




und ich widme mich erstmal dem Herzstück des Ventilatorblocks.


Heart of the Block

Dabei finde ich auch heraus, wo die beiden Federn hingehören. Sie waren dazu da, die Kohle-Klötzchen, die in so einer kleinen Messing-Führung saßen, nach vorne an den … (keine Ahnung, die das Ding heißt) zu drücken. Mir fällt ein Stein vom Herzen und ich werde wieder zuversichtlich, alles wieder zusammenzubekommen.




Ich begutachte das Etwas, von dem ich nicht weiß wie es heißt und was es tut und stelle dabei fest, dass es sich möglicherweise um eine High-Tech Gebetsmühle handeln könnte.




Ich schlage schnell bei Google nach und stelle fest, dass ich Recht habe und hier tatsächlich eine tibetanische Gebetsmühle verbaut wurde…:




Oder aber auch nicht. Mal im Ernst, was das Ding macht kann ich mir schon irgendwie vorstellen.

Über die Kohlestückchen wird Strom auf den oberen Teil dieser "Gebetsmühle" gegeben.

Im unteren Bereich wird ein Magnetfeld oder sowas aufgebaut, dass gegen das Magnetfeld der Magneten in der Kunststofffassung arbeitet und das ganze fängt an zu drehen und dreht den Ventilator.

Stimmt das so in etwa? Was passiert hier genau? Wie heißen die einzelnen Teile?


Arbeitsergebnis

Die eingeweichten Teile werden ordentlich abgeschruppt. Dabei helfen mir wieder mal die Zahnarztpinzette und die diversen Rostlöser und Reinigungsmittelchen.

An der Messingklappe (rechteckiges glänzendes Teil) mußte ich besonders lange achern, um die ganzen Klebereste zu entfernen. Nachdem ich alles an Zeug durchgetestet habe kann ich sagen, dass Silikonentferner mit Abstand zum besten Ergebnis führt.

Jetzt muss ich ein paar kleinere Teilchen (Kohleblöckchen) und Schrauben nachkaufen und dann kann ich das Ding wieder zusammensetzen.




ARCHIVMATERIAL





























<< rückwärts   Schnellnavigation   vorwärts >>


_________________________________________________________



6 Kommentare / Ratschläge

Anonymous achim schrauber hat gesagt...

Moin Moin,
die beiden Kohleklötzchen nennen sich auch Schleifkontakte die auf einer Ankerplatte sitzen
und das wo sie gegengedrückt werden ist der Kollektor.
Das komplette Teil (Gebetsmühle) mit den Spulenwicklungen ist der Anker.
-Achtung!Wenn die Kohlen runtergeschliffen sind wie in Deinem Fall sofort wechseln eher der Kollektor schaden nimmt!
Den Kollektor dreht man wenn er Riefen aufweist leicht ab,alternativ da ja nicht jeder ne Drehbank im Keller stehen hat mit feinem Schmiergel
abschmirgeln,anschließend noch die Kollektornuten mit kleinem Schraubenzieher oder geeignetem werkzeug von Schleifresten und sonstigem Dreck befreien.
Gruß A.S.

<$BlogCommentDateTime $>

 
Anonymous achim schrauber hat gesagt...

ein Tipp zum abschleifen deiner Schweißunterlage,
es ist kein Bedienfehler sondern völlig normal das Du nur schmale Streifen freilegst,
es muß nicht gleich ein Exenterschleifer sein,Abhilfe schaft hier schon ein Drahtbürstenaufsatz
für die Flex,gibt es in Axialer oder Radialer Ausführung wobei ich letztere voriehen würde.
Aber Vorsicht Handschuhe tragen sonst kann es böse Verletzungen geben.

a.s.

<$BlogCommentDateTime $>

 
Anonymous Tsuppari hat gesagt...

klasse, da werde ich gleich heute abend nochmal losziehen!

danke

Tsu.

<$BlogCommentDateTime $>

 
Anonymous ARIBA hat gesagt...

Um den Kollektor abzuschleifen nehme ich immer Wasserschleifpapier (feine Körnung) das hat Gewebe hält etwas länger, streifen schneiden oder reissen (so breit wie die Schleifkontaktfläche). Leider hat man bei dieser Arbeit eine Hand zuwenig. Gruß Eddy

<$BlogCommentDateTime $>

 
Anonymous Anonymous hat gesagt...

Beste Autoelektriker-Adresse im südl. Berlin (da schraubt der Chef noch selbst):
Mafrde Merker
Berlinerstr.75
14169 Berlin

dort bekommst du auch die passenden Kohlen oder er weiß wo du sie bekommen kannst.
Hoffe es gibt ihn noch.
Joe Six...

<$BlogCommentDateTime $>

 
Anonymous Anonymous hat gesagt...

Zu den Kohlen: Normalerweise sollte jeder Boschdienst einen Satz Kohlen auf Lager haben. ( Zumindest die alten Krauter) Nimm dir ein Exemplar mit und vergleiche einfach. Hat er nicht die passenden da, nimm etwas grössere (aber auf die Kupferfahne achten!) und feile sie dir bei.
Ist gängige Praxis und schneller erledigt, als mühsam originale aufzutreiben.

schreibt der Bü, der die lästige NipponDenso Lichtmaschine seines Lj80 so wieder fitgemacht hat.

<$BlogCommentDateTime $>

 

Kommentar posten

<< Home

Zum Seitenanfang / Das Experiment jetzt weiterempfehlen!

Flattr this

___________________________