Montag, 24. Oktober 2005

Tag 27: Ein neues Kapitel

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Wie ich von meinem Nachbarn hörte, ist scheinbar die Entfernung der Mittelwand bei meinem Vermieter negativ aufgestoßen. Zwar spielen hier in der Regel keine Kinder, die beim Klettern auf der Garage durchbrechen könnten, aber ich teile Vermieters Meinung, dass es nicht ganz ungefährlich ist, wenn das morsche Dach durch eine fehlende (wenn auch nicht tragende) Wand weiter destabilisiert wird.




Wir finden einen Kompromiß und ich mache mich auf den Weg zum Schrotthändler wo ich auf Kredit im Tausch gegen die Stoßstange einen alten Stahlträger bekomme.

Der will jedoch erstmal bearbeitet, will heißen, gekürzt werden. Eine wundervolle Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit meiner Flex auf die Probe zu stellen und die Hantiererei mit dem Ding ein weiteres Mal zu üben.




Von den abgetrennten 80cm schneide ich noch mal ein Stück von gut 25cm ab, um es später auf die lange Strebe zur Fixierung an der Garagen-Mittelsäule, anzuschweißen.

Erst abschneiden, dann für's Schweißen entrosten. Weil: Schutzgasschweißen auf Rost macht genausowenig Sinn wie Schutzgasschweißen auf Lack. Das habe ich bereits gelernt.




Auch die Hauptstrebe wird also entrostet:




Dann wird das kurze Stück auf die Strebe aufgesetzt, die Erdung wird an die Strebe angeklemmt und es kann losgehen.

Die Punktierung am Anfang hat ganz gut geklappt




aber als ich es dann doch wissen wollte, und versucht hab ein paar saubere Nähte durchzuziehen, kam nur noch wildes Gesprenkel zu stande. Muss mich da nochmal erkundigen, was ich wohl falsch gemacht habe.




Nichts für ungut. Hauptsache es hält. Und das tut es. Durch die Kante des aufgeschweißten Stücks wird ein Loch gebohrt und die Strebe wird an dieser Stelle an der ehemaligen Wandhalterung verschraubt. Nach fest kommt ab.

Die Kabelrohre werden neu verlegt und mit Kaelbindern an der Strebe fixiert und schon können Kinder mit verminderter Einsturzgefahr auf dem Garagendach herumtollen. Die einzige Gefahr sind jetzt noch die diversen Rostfelder, aber da bleibt höchstens mal ein Bein drin stecken…




Meine Zollstöcke liegen noch in der alten Garage, doch zufällig hatte ich noch das Maßband in der Tasche, das ich neulich wie ein Bonbon verpackt neben meinem Sitz in der U-Bahn gefunden hatte. Die Teile wurden scheinbar zusammen mit irgendeinem Gesundheits-Magazin während des Berlin-Marathons verteilt. Hat mir heute sehr geholfen.




Ein neues Kapitel

Gegenüber dem, was mich heute noch erwarten sollte erscheinen die bisherigen restaurationsbedürftigen Entdeckungen an meinem Fahrzeug echter Kinderkram. Jetzt weiß ich noch ein bisschen besser, was das Wort "Rost" bedeutet.

Seit geraumer Zeit fragte ich mich, was sich wohl hinter diesem aufgeschraubten Blech verbirgt.

Heute wollte ich es wissen.




Zunächst war es erstmal eine ordentliche Pulerei, diese komische Hammerite-Schicht über den Schraubenköpfen wegzubekommen, damit ich überhaupt einen Ansatzpunkt für den Schraubenschlüssel finden konnte.

Die ersten 3 Schrauben gingen ohne größere Probleme raus, doch dann ging's los.

Knack. Ab.

Schraube Nummer 4 blieb bis auf den Kopf einfach mal im Gewinde stecken




und bei Schraube 5 blieb das Gewinde in der Schraube stecken – will heißen – brach aus dem hinten liegenden Blech heraus.




Hier hilft die Brachialmethode und das Ding wird abgeflext.






Dann kommt der große Moment und ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll:




Hier ist richtig ordentlich fett Rost am Start.




Nicht nur auf der Blende,




sondern auch im versteckten Hohlraum hat es sich der rote Teufel ordentlich gemütlich gemacht.

Die Blechleisten sind so dermassen runtergerostet, dass nicht nur die Schraubengewinde keinen Halt mehr finden, sondern von den Blechen teilweise einfach nichts mehr übrig ist.

Wenn ich das hier sehe will ich gar nicht daran denken, was mich demnächst erwartet, wenn ich das Chassis abhebe.

Sicherlich ist das hier nur der Vorgeschmack.

Ich komme mir vor, als würde ich ein Alien-Raumschiff betreten. Was zum Teufel ist diees Augentierchen-ähnliche Alien, das aussieht, als würde es gerade gesäugt werden?

Bisher konnte ich die meisten Bauteile noch irgendwie zuordnen aber die Daseinsberechtigung von diesem Ding hier ist mir völlig schleierhaft.

Da es in der Nähe des Tanks sitzt und mehrere (4) Schläche ein und ausgehen, könnte ich mir vorstellen, dass es irgendwas mit der Dieselzufuhr hat. Aber warum 4 Schläuche?




Der Anblick und die genauere Untersuchung dieser Ausgrabungsstätte verderben mir für einen kurzen Moment die Laune und ich beschließe, Feierabend zu machen.

Jetzt allerdings, je mehr ich die Bilder betrachte, freue ich mich schon darauf, auch dieses Ding hier zu verstehen, dem Rost den Garaus zu machen und auch diese Stelle irgendwann hinzubekommen.

Mal schaun, was in dem Zusammenhang noch auf uns zukommt.

Auf jeden Fall weiß ich: Der Point of No Return ist inzwischen erreicht. Es gibt kein Zurück mehr...

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3 Kommentare / Ratschläge

Anonymous Anonymous hat gesagt...

ich lach mich schlapp hier! deine seite ist echt einmalig. weiter so!

grüße aus augsburg
sebastian

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

hallo du,
also schweißnähte: die sehen so aus als hättest du mit zuwenig ampere´ geprutzelt, einfach mal etwas am regler spielen.

das ding mit den 4 schläuchen sieht aus wie ein thermoschild bei der nasa sagt man auch hietzekacheln, soll heisen das ding schütz den tank - schläuche vor zuviel hitze.
bye chris

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Hallo..
Hier gibt es ein paar Tips zum Schweißen..
Gruß Michel

http://www.sk-hameln.de/st0.htm

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