Montag, 28. November 2005

Tag 32: Miese Laune

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Nichts Böses ahnend betrete ich meine Garage und beginne erstmal damit, meinen Arbeitstisch für die anstehenden Schweiß-Übungen frei zu räumen.

Da bemerke ich etwas Schmieriges unter meinen Schuhsohlen. Zuerst denke ich, dass es Bremsflüssigkeit vom Brems- oder Kupplungszylinder ist, an dem ich neulich hier rum hantiert habe, und schere mich nicht weiter drum.

Erst, nachdem ich mehrmals über die Stelle drübergelatscht bin, und das Zeug unter meinen Füßen noch schmieriger wird, schaue ich mal nach und stelle fest, dass es keine Bremsflüssigkeit ist.

Es ist, nein, es war eine Nacktschnecke. Um dem drohenden Winter, der Kälte und damit dem sicheren Tode zu entfliehen, hatte das unschuldige Wesen Unterschlupf in meinen Garagen gesucht, um dort zu überwintern und auf bessere Zeiten zu hoffen. Und jetzt wird es hinterrücks ermordet...

Ganz schön eklig und ohne weiteren Kommentar:




Ich gedenke für einen Moment der toten (Nackt-)Schnecke und wende mich den anstehenden produktiven Tätigkeiten zu.

Mein Nachbar hatte letzte Woche tatsächlich beim Arbeiten nicht aufgepasst und einen Kurzschluss verursacht. Heute ist wieder Strom da.

Also kann ich mich endlich mal wieder daran machen, Schweißen zu üben.

Aber irgendwie will das gar nicht so richtig klappen:




Eigentlich verbringe ich die ganze Zeit damit das Gerät zu kalibrieren,um das richtige Verhältnis zwischen Stromstärke und Drahtvorschub zu finden. Ob's an meinem Unvermögen oder an der derzeit noch falschen Seele des Gerätes liegt, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall krieg ich irgendwann richtig schlechte Laune und bin geneigt, das ganze in die Ecke zu schmeißen.

Man hatte mir eingangs gesagt, das Ganze soll sich anhören wie wenn man ein Spiegelei in der Pfanne brät. Wenn's zischt ist's falsch und wenn's spritzt ist's auch falsch. Bei mir ist es heute so, dass es entweder zischt oder spritzt, oder Beides. Den Mittelweg krieg ich beim besten Willen nicht hin.

Eigentlich sehen die Linien größtenteils vernünftig aus, aber ich bin mir einfach unsicher, ob ich's richtig mache oder nicht. Die Tage kommt aber der Kollege von Fronius noch mal mit der neuen Seele und dann wird er's mir sicherlich noch mal alles genau erklären.

Vielleicht schreib ich dann einfach mal mit… Bestimmt keine schlechte Idee. Bei dem was ich mir hier die ganze Zeit zusammenschreibe sollte das auch noch drin sein.




Es ist (fast) so weit

Wir sind so gut wie fertig mit der Entfernung sämtlicher Anbauten von der Karosserie. Aber weiterhin auch nur "so gut wie".

Einige der letzten Schritte werde ich heute absolvieren und für Einige weitere benötige ich vorerst noch Deine Unterstützung. Außerdem muss, bevor ich die Karosserie abnehmen kann, das Gestell fertig sein, auf dem ich sie dann hin und her bewegen und bearbeiten kann.

Auf die "Herstellung" des Gestells zielen auch meine Schweißübungen ab. Daher bin ich auch so frustriert, wenn das Schweißen heute nicht so gut geklappt hat. Wie soll ich denn ein Gestell zusammenschweißen, das die Karosserie trägt, wenn ich noch nicht mal vernünftige Schweißnähte auf ein Stück Blech ziehen kann. Es bleibt also spannend – und es darf (meinetwegen auch hämisch) gelacht werden!


Verdrängungswettbewerb

Ich verdränge die aktuellen und anstehenden "Problemchen" vorerst und wende mich dem zu, wo ich fast nichts falsch machen kann. Dem weiteren Auseinanderbauen.

Zuerst werden die beiden Schrauben, die die Halterung vom Seilwindenkupplungshebel halten, abgeschraubt.




Dann geht's an die verbleibenden Bremsleitungen.

Hier stellt sich das Problem, dass ich die letzte Leitung (siehe Bild) zwar losgeschraubt, aber nicht ab kriege. Wie kann das denn? Unterdruck? Kann ja eigentlich nicht. Weiß jemand was?




So langsam geht das Material in die Knie. Die Akkus der Digitalkamera haben Anfangs für zwei Arbeitstage gereicht. Heute muss ich sie zwischendurch neu aufladen. Widrikeiten über Widrigkeiten.




Einkaufsliste

Demnächst werde ich mal alle bislang abgebauten Teile begutachten und dann festlegen, was ich neu kaufen muss und was nicht.

Das wird eine ganz schöne Wühlerei werden, die sicherlich für Euch auch nicht so super interessant sein wird. Aber es muss gemacht werden, sonst wächst mir am Ende alles über den Kopf.

Für die Zukunft helfe ich mir, indem ich die Teile, die mir beim Abbauen auffallen, und die ich als "kaufen" klassifiziere gleich ablichte und wie beim Links/Rechts im Röntgenbild einen "Marker" dazulege, der mir sagt: "Kaufen".

Ungefähr so:




Einmal vorbereitet pinne ich den "Marker" an meine Pinwand, damit ich ihn demnächst immer gleich zur Hand habe.


Unterdruck oder was?

Ich wende mich noch ein Mal dem Problem mit der Bremsleitung zu. Das Ding ist losgeschraubt und geht nicht ab. Ich schaue mir mal an, wo die "Bremsleitung" hin führt…




…und stelle fest, dass Sie den Dieselverteiler (Wie heißt das Ding?) führt. Wenn dort Unterdruck herrscht, denke ich, dann muss ich ja eigentlich nur die "Dieselpumpe" mal losschrauben/öffnen und alles müsste gut sein.

Na gut. Die Dieselpumpe ist aufgeschraubt, die "Bremsleitung" geht immer noch nicht ab und jetzt krieg ich auch die "Dieselpumpe" nicht mehr zugeschraubt.

Nicht mein Tag heute und meine Frustration schlägt um in schlechte Laune.

Erst töte ich eine Schnecke, dann klappt's mit dem Schweißen nicht, die Akkus der Camera machen ständig schlapp, die "Bremsleitung" geht nicht ab, die "Dieselpumpe" geht nicht mehr zugedreht und mir ist arschkalt.

Super Urlaub!




Ich tröste mich damit, dass die komische Leitung zwar am Rahmen noch dran ist aber nicht mehr an der Karosserie. Es war ja schließlich das Ziel die Karosserie freizulegen und nicht den Rahmen. Ha! Alles gut also.




Ich inspiziere den Rahmen und finde hier und da noch einige herrenlose Schräubchen, die entfernt werden wollen.




Die letzte richtige, aber sicherlich noch mal aufwändige Baustelle erwartet mich hier beim "Separator". Da komm ich nachher auch noch mal mit ein paar Fragen rum.




Hier noch mal Teile, bei denen mein "Kaufen-Marker" zum Einsatz kommt:




Hier diejenigen Leitungen, die inzwischen runter sind. Wie konservier ich die?




Unter mehreren Schichten Lack, Bitumen oder sonst was kann man auf der Ladefläche noch einige Schrauben erkennen.




Habe vor, da demnächst mal mit Flex und Zopfdrahtbürstenaufsatz beizugehen, um die Schrauben freizukriegen und einen Ansatzpunkt für den Schraubenschlüssel zu bekommen.




Bisher ging es bislang gerade noch so von der Temperatur her, aber so langsam wird es doch ziemlich frisch beim Arbeiten. So frisch, dass das Bier nicht mehr schmeckt, ich zwischenzeitlich auf heißen Tee umgestiegen bin und mich beim Arbeiten zwischendurch ganz schön einpacken muss.




Bevor ich für heute Feierabend mache, bekommen die Rahmenschrauben noch mal eine weitere Sonderbehandlung mit Caramba, um dort beim hoffentlich baldigen Abschrauben den Schaden auf ein Minimum zu begrenzen.




Der mehrmals empfohlene Mutternsprenger wird demnächst wohl aber auch seinen Weg in meine Werkstatt finden. Cooler Name für ein cooles Werkzeug, wie ich finde.


Eine letzte Inspektionsrunde

Mir kribbelt's ordentlich in den Fingerspitzen. Wie gern würde ich sofort loslegen und jetzt gleich die Karosserie abheben. Nur 6 Schrauben….

Hier muss ich mich aber jetzt echt disziplinieren (als wäre dieses ganze Experiment nicht ohnehin schon die absolute Disziplin-Tortur) und die Finger erstmal davon lassen. Es gibt noch zu viel im Vorfeld zu erledigen, was ich nur noch länger aufschiebe, wenn ich mich jetzt hier ran mache.

Erstmal stehen folgende Tätigkeiten auf dem Plan:

1. Lösung für das Kälteproblem und den Luftzug finden
2. Gestell für die Karosserie entwerfen, dafür alles ausmessen und das Ganze dann bauen
3. Alle Kartons durcharbeiten, ggfs. das eine oder andere Teil schon mal reinigen, und aufschreiben, was auf die Einkaufsliste soll. Preise einholen, Preise vergleichen, Teile bestellen, einsortieren etc……

Arbeit zieht Arbeit nach sich, wie man so schön sagt...




Denke mal, so im August nächsten Jahres ist die Karosserie dann endlich runter… ;-)



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11 Kommentare / Ratschläge

Anonymous Anonymous hat gesagt...

Zum Thema Schweißen: Schweißen muss man lernen und es dauert schon eine gewisse Zeit.
So schlecht sehen deine ersten Nähte gar nicht aus. Da hilft nur viel Üben. Nimm auch mal einen dickeren Stahl zum üben. Der lässt sich für den Anfang leichter Schweißen und brennt nicht durch. Probiere mal 2 teile zusammen zu Schweißen. Leichten Abgraten und los geht es. Viel üben.. Habe meine Kiste immer auf Stufe 6 beim Drahtvortrieb.

Beste Grüße Michel

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

eh du, du schweißt jetzt gerade mal monate, andere brauch viel länger um überhaubt dort hinzukommen wo du jetzt bist!!! wie sagte immer mein alter lehrmeister, schweißer sind die gefühlvollsten menschen, beim schweißen kommt es auf das gefühl an. lass dir zeit.
vieleicht schweißt du mal der armen nackschneke einen blechsarg.????
bye chris

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Anonymous Sebastian hat gesagt...

Hallo und schönen Gruss aus Bayreuth,

Geh nicht so hart mit Dir ins Gericht, die Frustgrenze ist bei Dir ohnehin schon sehr sehr hoch, ich kenn da von mir auch solche Zwischentiefs, die kamen aber deutlich früher als bei Dir.
Finde eine Lösung für das Kälteproblem, dann geht das wieder deutlich besser. Ich schwöre!
Es gibt Heizgebläse mit Gasflasche, die haben super Heizleistung und sind gerade für ungedämmte Räume optimal, da man eh für Belüftung sorgen muss. Allerdings schlucken die auch bisschen Brennstoff, man sollte sich da vorher über die Energiekosten schlaumachen.

Vielleicht fällt mir da später noch was besseres ein,
bis dahin: KOPF HOCH!!

Sebastian

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

"Hier diejenigen Leitungen, die inzwischen runter sind. Wie konservier ich die?"

Bisschen Bremsflüssigkeit durchlaufen lassen/ablassen, dann mit kleinen Lappen (beide Seiten)verschließen.
Joe Six...

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Hallo, zum Schweißen rate ich dir üben, üben und üben, für den Anfang wäre aber eine Person, die dir deine Fehler aufzeigt hilfreich, da du sonst nicht weiter kommst!
Für das Kälteproblem besorgst du dir am besten einen Katalytofen, der ist im Gegensatz zu normalen Gasheizgebläsen auch für geschlossene Räume tauglich und kostet nicht die Welt.
Um Metallteile zu konservieren nimm am besten Kriechöl, wenn sie dabei noch gereinigt werden sollen nimm Bremsflüssigkeit oder Ballistol (Waffenöl), hilft auch Lack- und Gummireste zu entfernen.

Gruß
Wastl

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

BITTE,BITTE,
NIEMALS
ÖLE IN BREMSLEITUNGEN !!!!!!!!!!!!!!!!!
Joe Six......

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Anonymous Mutt_i hat gesagt...

"Bisschen Bremsflüssigkeit durchlaufen lassen/ablassen, dann mit kleinen Lappen (beide Seiten)verschließen."

Ideal sind die kleinen Verschlußkappen, die manchmal auf neuen Leitungen drauf sind. Mal in einer KfZ-Werkstatt fragen, manchmal liegt da sowas rum. Von außen würde ich ein transparentes Wachs aufsprühen.

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Hallo Tsu,
da fällt mir noch ein Produkt ein.
Ist in Oldtimerkreisen ein seit ewig und 3 Tagen bewährtes Mittel.
Eine Polierwatte(man zupft etwas von der Watte aus der Dose und reinigt/poliert das gewünschte Teil)
guckst du hier
http://www.nevrdull.com/

Joe Sixp...

P.S. Kann es empfehlen,benutze es selber.

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Hi,

ob die Variante jetzt günstiger ist, wie die Gasversion weiss ich nicht, aber ich will dir mal sagen, dass es so was gibt:

also wir haben in unsere Garage Kirchenbankheizungen an die Decke geschraubt. Sind 5 Stück bei ner Doppelgarage. Ist nach ner halben Stunde nicht mollig warm, aber ich lauf dann nur noch im Pulli rum.

Kann bei Interesse gerne auch mal Fotos schiessen und dir zukommen lassen...

grüßle michi

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Anonymous Tsuppari hat gesagt...

Moin Jungs,

Ihr seid echt Klasse! Vielen Dank für die aufmunternden Worte und die weiterhin exzellenten Ratschläge.

Sorry, dass ich mich heute erst einklinke. Hatte die Woche beruflich Land unter, bzw. war quer durch Deutschland unterwegs, sodass ich heute erst dazu komme, hier mal richtig reinzuschauen, bevor ich mich mal ausnahmsweise auf die Couch knalle und dann den Rest des Abends mal GAR NIX mehr mache.

Jetzt aber der Reihe nach:

Michel, Sebastian, Wastl, Mutt_i und Michi. Ihr meldet Euch gerade zum ersten Mal hier, oder? Auf ein herzlichstes Willkommen. Freu mich, dass Ihr dabei seid!

Die Tage kommt der Mann von Fronius nochmal und wird mir nochmal ein bisschen was zeigen, wie ich was beim Schweißen machen muss. Hat er beim letzten Mal auch schon gemacht, aber da konnte ich mir erstens nicht alles merken und zweitens habe ich jetzt einfach schon mal ein bisschen probiert und kann gezielter Fragen. Denke, dann geht das voran. Step by step.

Was Luftzug und Heizung angeht, werde ich mal Eure Tips evaluieren und eine Testplattform für Heizmöglichkeiten schaffen. Mal schauen, welches Produkt am Ende gewinnt. "Stiftung Heizungstest" sozusagen.

Die Sache mit den Kirchenbnk-Heizungen ist ja Klasse. Würde ich die ausgefallensten Ratschläge hier prämieren wärst Du sicherlich mindestens unter den Top 5 dabei. Schick doch tatsächlich mal ein Photo. Das stell ich dann hier ein. Emailadresse ist: info@landcruiser-experiment.de

So denn liebe Freunde, ich mach mich jetzt rar und leg die Füße hoch.

Bis später und schönen abend

Tsu.

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Anonymous Tsuppari hat gesagt...

ACHTUNG: Emailadresse ist: info@landcruiser-experiment.com (und nicht .de)

Grüße,

Tsu.

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