Montag, 3. September 2007

Tag 116: Achsstrahlvorbereitung

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Man mag es kaum glauben, aber ich habe das Gefühl, diese Woche das Tempo von voriger Woche gehalten zu haben.

Bedeutet: Kein Organisieren, Aufräumen oder Sonst was, sondern reines Arbeiten.

Vorige Woche hatte ich die ersten Teile gefüllert. Da ich es diese Woche nicht geschafft habe, Füller-Nachschub zu besorgen, wird heute erstmal nix aus Nasen-Abschleifen und noch mal kurz drüberfüllern. Aber ein bisschen Abwechslung kann ja nicht schaden…




Damit's mit den Achsen als erste fertig zu stellende Komponenten weiter gehen kann, sollen die heute für's Sandstrahlen vorbereitet werden.




Begonnen werden soll dabei mit einer gründlichen Reinigung von Dreck, Öl und Fett. Wie wir hier bereits gelernt haben, prallt Strahlgut ganz gerne von fettigen oder anderwärtig schmierig-schmutzigen Oberflächen ab und b) versauen dreckiger Oberflächen nur unnötig das Strahlgut und schaden seiner Wiederverwendbarkeit.




Zwar sind die Achskörper auch schon außen ziemlich schmodderig aber insbesondere Innen kann man im restlichen Achsöl baden:




Handschuhe an und erstmal den groben Schmodder mit reichlich "Sexpapier" auswischen.




Handschuhe trage ich überhaupt in letzter Zeit öfter. Gerade beim Teile demontieren hilft es ungemein, wenn man an Stellen, wo man ein weniger mehr Kraft beim Schrauben lösen oder ähnlichem braucht, Handschuhe trägt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man dann fester zupacken kann und einen besseren Griff hat. Außerdem haut man sich nicht mehr so dicke Fleischwunden in die Fingerknöchel, wenn man, nachdem die Schraube sich mit einem Ruck endlich löst, abrutscht und noch eine schützende Stoffschicht zwischen vorstehender Kante und Haut hat.

Für's Lackieren habe ich nen hunderter-Paket Latex-Einweghandschuhe. Die sind, wie vorige Woche ja auch noch mal in den Kommentaren gesagt wurde, nicht nur gut, um die Hände zu schützen, sondern vor allem auch dafür, dass man die frisch entfetteten Teile nicht anschließend mit seinen Schweißpranken wieder antatscht.

Die billigen gelben Arbeitshandschuhe (nicht die im nachfolgenden Bild) neulich vom Plus haben übrigens dermaßen abgefärbt, dass ich drei Tage mit gelben Händen rumgelaufen bin.

So viel zum Thema Handschuhe.




So. Jetzt geht's per Kran zum Teilereiniger. Die Achse wird von innen und außen gut durchgespült.




Um die Achsölreste in den Schäften richtig rauszubekommen, bastel ich mir schnell ein kleines Hilfsmittel: Draht mit nem Knubbel Stoff vornedran.




Na, wenn die man nicht blinkt und funkelt?!




Das gleiche noch mal mit der Hinterachse.




Alles bestens.




Die Innenseite des Differenzialdeckels der Hinterachse funkelt besonders schön.




Weiter geht's mit den Differenzialen. Als erstes ist das Holzspan-garnierte an der Reihe. Über die Kommentare dazu vorige Woche hab ich dermaßen ordentlich weggeschmissen, dass ich Auszüge davon hier noch mal wiederholen muss:

Nach ersten rein sachlichen Kommentaren ging's los mit Steffen und einem augenzwinkernden Verweis auf meinen "Sauberkeitswahn":

2Also Peer,
jetzt bin ich aber wirklich enttäuscht - wo ich dir doch die ALDI-Tüte so sehr ans Herz gelegt hatte ;-).
Wegen der Holzspäne würde ich mir auch keine Sorgen machen, wegen des Staubs von den immer wiederkehrenden Fegeorgien jedoch schon. Also gründlich reinigen und dann endlich wegpacken!"

Gefolgt von Marc mit:
"Hallo Tsu,

Holzspäne machen eher weniger Probleme. Einfach mit Bremsenreiniger auswaschen und wieder einölen (sonst rostet's...)

Mein Opa hat bei einem singenden Differential seines alten Opel Admirals sogar Holzmehl eingefüllt! Das Singen war danach weg, wie lange das dann noch getan hat weiß ich aber nicht mehr... Nachahmung nur auf eigene Gefahr ;)

Nur noch getoppt von endlich einmal einem richtig brauchbaren Ratschlag von "Anonymous":

"Holzspäne sind ne feine Sache bei lauten Hinterachsen! Einfach mal die Werkstatt fegen und satt rein das Zeug. Die Geräusche gehen wunderbar weg, Anschließend muss man natürlich schnell exportieren ;-)

Wenn der Tsu hier schon das KFZ Handwerk von Grund auf lernt, dann bitte auch die richtigen Pfuschereien!"

YEAH! Rock`n´Roll!!!

Wo ist der Besen???

Obwohl, ich glaub, ich befolg dann diesen Ratschlag vom andern "Anomymous":

"Überkops hinhängen und dann satt mit Bremsenreiniger ausspülen...":




Um das Differenzial allerdings "überkpops" in Position über den Teilereiniger zu bekommen, muss ich mir eine kleine Verlängerungs-Behelfs-Konstruktion bauen. Die Beine vom Kran sind einfach im Weg.






Jetzt kann man die Dinger richtig ordentlich inspizieren. Die Zähne des Hauptrades weisen, soweit ich das überschauen kann keine offensichtlichen Macken auf. Lediglich das Rasseln des Lagers irritiert mich etwas, bis ich mir zusammenreime, dass die nur rasseln, weil kein Fett mehr das rasseln dämmt.

Aber den Diffs muss ich mich, denke ich noch mal mit professioneller Hilfe annehmen, um da absolut sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist.




Nach der Reinigungssession geht's weiter mit einer ausgiebigen Klebesession. Die Achsschenkel werden, wie Daniel, einer der Mitarbeiter der Lackiererei zu sagen pflegt, mit "Terroristenklebeband" abgeklebt, bis kein Stäubchen Sand mehr eindringen kann.




Parallel dazu geht es ans Abdichten von Öffnungen, die ungestrahlt bleiben sollen sowie den Schutz der an den Achskörpern liegenden Außen- und Innengewinde.




Eine Gelegenheit, endlich mal die Gewindeschneider auszuprobieren. Das ist ja mal echt eine coole Sache.

Erst mit dem Vorschneider anfangen, dann mit dem Mittelschneider (?) weiter machen und dann mit der dritten Stufe nachschneiden. Sehr, sehr cool! Anschließend gehen die Schrauben rein wie "ab Werk".




Bü, ich wollte mich, nachdem Du mal angeboten hattest, zum Gewindeschneiden alte Unterlagen rauszukramen, mal bei Dir melden. Du sagtest, ich könnte Deine Emailadresse in der Newsletter-Datenbank finden. Könnte ich, ja, wenn ich wüsste, wie Du richtig heißt… ;-) Gib mal ein Lebenszeichen!!!




So, so langsam sind alle Öffnungen abgedichtet.




In alle Gewinde sind Schrauben eingeschraubt,




…bzw. wurde Klebeband übergeklebt.




Anschließend werden die Differenziale wieder eingebaut. Vorher hab ich die Achskörper innen und die Diffs innen kurz mit Caramba abgeduscht. Damit sie gar nicht erst die geringste Chance bekommen, jetzt zwischendurch Rost anzusetzen.

Als neuralgische Stelle wird als letztes noch der Flansch, an dem die Kardanwelle angeschraubt wird, mit dem Terrorband abgeklebt. Das ist ein bisschen Fummelig, da ich nicht will, dass Strahlgut unterhalb der "Flanschschelle" eindringen kann.




Ja, und dann sind die Dinger fertig, um sie zum Strahlen zu bringen.




Also ab in den Einkaufswagen damit.




Was ich aber noch machen muss, bevor ich die Achskörper zum Strahlen bringe, ist, die Diffs noch festzuschrauben.
Wenn die Muttern aufgeschraubt sind stehen die Gewinde der Gewindebolzen noch ein ganzes Stück über und ich denke darüber nach, auf jeden Bolzen noch eine weitere Mutter aufzuschrauben, um die Gewinde beim Strahlen zu schützen. Oder ich klebe sie ab. Was meint Ihr? Auf jeden Fall muss ich für die Muttern erstmal schaun, an welchem Tag ich die Diffs abgenommen hatte. Dann weiß ich nämlich, in welchem Karton die Muttern versteckt sind… ;-) Jetzt macht sich vielleicht langsam der Pedantismus bezahlt… ;-)




Auch wenn jetzt keine staubgefährdeten Diffs mehr rumliegen hab ich keine Lust mehr zum Fegen. Wir haben Mittwoch, es ist jetzt 0:50 Uhr und morgen erwartet mich ein harter Tag. Aber zum groben Aufräumen reicht es. Irgendwobei muss der Mensch ja runterkommen.




Und wer bringt den Müll weg?




Und damit so was wie neulich mit der einen Schraube, die ich nicht zuordnen kann, nicht noch mal passiert, gibt's hier noch ein Photo von der Schraube, die ich vom Deckel hinten von der Hinterachse abgeschraubt habe.




Da gehört sie hin.




Ich würde sie ja fein säuberlich eintüten und beschriften.

Aber…

…ich glaub das lohnt jetzt nicht mehr… ;-)

Allgemeinen Fortschritt wünscht

Tsuppari!

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6 Kommentare / Ratschläge

Anonymous Anonymous hat gesagt...

Moin,

das geht ja richtig ab hier. Ich sollte wohl mal wieder mein Schweißgerät zünden, sonst wirst du tatsächlich noch vor mir fertig ;-).
Zum Nachschneiden eines Gewindes kannst du direkt den Fertigschneider nehmen.

Gruß Steffen

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Anonymous CptBlaubaer hat gesagt...

Moin,

warum baust du die diff's ein wenn du die Achsen zum sandstrahlen bringst??? bring doch lieber die leeren Achskörper hin!
- leichter
- keine gefahr das die diff's kaputtgehen

<$BlogCommentDateTime $>

 
Anonymous Anonymous hat gesagt...

Bü meldet sich, heisst Norbert und ist unter folgender Email Adresse zu erreichen:
Bue82(ät)gmx.net

Grüsse

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Anonymous Tsuppari hat gesagt...

Mensch, jetzt hatte ich heute morgen so ausgiebig auf blaubärs kommentar geantwortet und als ich den kommentar gerade abschicken wollte, hat mein kleener den rechner ausgeschaltet. ;-) daher jetzt nochmal vom büro aus. ;-):

@blaubär: meinst du mit "leer" die diffs ausm "diffkorb" raus und dann achsen und diffkorb zusammengeschraubt zum strahlen geben? weil wenn ohne diffkorb müsste der ja anschließend noch gestrahlt werden und die große öffnung müsste bei achskörper und diffkorb irgendwie geschlossen werden.

ich scheue mich irgendwie davor, die diffs ausm korb rauszunehmen, da ich bislang das gefühl hab, dass ich da nix einstellen muss...

wenn das nicht alles so kompliziert wäre.........

@bü: ahh! jetzt hab ich dich!

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Yo Bro,

das Terrorband wird in Musikerkreisen auch Gaffa-Tape genannt und hat die unangenehme Eigenschaft (oft/manchmal/immer, je nach Sorte) eine ganze Menge Klebereste zu hinterlassen, die man wiederum nur mit viel Chemie oder Alk wegbekommt. Leg also lieber was unter, die schon erwähnte Alditüte tut hier bestimmt gut ihren Dienst.

Rock on,

Sven

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Anonymous Tsuppari hat gesagt...

yo bro!

ja, kann mich an das geschmodder an deinen gitarren und effekten und gitarrenkoffern gut erinnern.

mal schaun, wie's demnächst unter den abgeklebten achsschenkeln aussieht, und ob ich da auch mit der chemiekeule ran muss...

hau rin!

Tsupeer

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