Montag, 18. Februar 2008

Tag 137: Bördeln

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Guten Tag.

Ich hatte ja bereits frohlockt, dass jetzt der Frühling kommt, aber, dass sagt jedenfalls das Thermometer, ist jetzt wohl doch erst nochmal wieder Winter. Gar nich so schlecht. Denn so konnten wir unseren Balkon als Lagerstätte nutzen, während wir unseren Gefrierschrank endlich mal abgetaut haben. Der hat schon permanent geknackt, so zugefroren war der.

Jetzt aber mal schnell zum Thema. Und nach der Berlinale-Sonderedition treten wir heute hier auch wieder mit ganz leisen Sohlen auf und verzichten auf jegliche musikalische Begleitung, Feuerwerk, roten Teppich etc.

Das Diff liegt fertig eingestellt da. Wie sich beim Betrachten der Tüte, in die das Tellerrad eingepackt war, nachträglich herausgestellt hat, habe ich jetzt tatsächlich doch das Diff von der Vorderachse mit allen anderen Teilen der Hinterachse verbaut. Typisch. Da sieht man mal, wohin es führt, wenn man mal einmal vergisst, etwas vernünftig zu beschriften.




Langsam brauche ich echt den PC hier in der Garage und eine CD mit der gesamten im Internet veröffentlichten Dokumentation. Dann könnte ich am PC schön an den Tagen schauen, wann was ausgebaut wurde, schnell die nötigen Teile identifizieren und gleich den richtigen Karton aus dem Regal ziehen.

Aber bis ich es hin bekomme, mal den ganzen Schmonzes so auf CD zu brennen, dass alle Verlinkungen stimmen etc., bin ich wahrscheinlich mit der Karre schon fertig. Aber wer weiß. Vielleicht muss ich mir diese Zeit zwischendurch einfach mal nehmen.

Dass die Filme so gut angekommen sind freut mich sehr. Bei Gelegenheit, bzw. wenn es mal wieder an ein derart erklärungswürdiges Thema kommt, werden wir das sicherlich nochmal wiederholen.

Jetzt geht's aber erstmal wieder „konventionell“ weiter.

Bis der Achsantriebe wieder eingebaut werden kann, ist noch einiges an der Achse zu tun.




- Diffdeckel auf der Rückseite runter
- Dichtungsfläche reinigen
- Achsenden vom Duct-Tape befreien
- Achsinneres Ausblasen und nochmal richtig entfetten




Erst dann bau ich den fertig montierten und eingestellten Achsantrieb ein und erst wenn die Achsen drin sind werde ich die Drehmomentschrauben alle richtig anziehen.

Wenn der Achsantrieb dann fertig eingebaut ist und auch der andere Diffdeckel wieder aufgeschraubt ist, werde ich die komplette Achse außen nochmal richtig entfetten und dann wird das Ding in einem Rutsch lackiert.

Allerdings erstmal mit einer ersten Schicht. Anschließend möchte ich die Bremsleitungen bieten, bördeln, grundieren und auch mit einer ersten Schicht Lack lackieren, bevor ich sie montiere und dann Achsen, Leitungen etc. nochmal mit einer ordentlichen zweiten (und dritten?) Schicht Lack versehe.

Aber das wird noch ein Momentchen dauern.

So lange wird er erstmal staubdicht eingepackt.




Das Fertigstellen der Achsen ist jedoch das, worauf ich nun so langsam hin arbeite.

Im Karton mit den Achskörper- und Diffschrauben erfolgt eine erste Bestandsaufnahme. Im einen Diff waren zwei der Diffbolzen dermaßen durchgenudelt, dass sie ersetzt werden müssen.




Da schauen wir doch mal in unser Lager.




Die Ersatzteile habe ich so in den Tresor eingeräumt, dass das, was ich als erstes brauche gleich vorne an liegt und ich nicht groß kramen muss.




Das System funktioniert. Die Bolzen liegen gleich ganz vorne ganz oben auf den Kartons. Nur einen Griff entfernt.






Ab in den Karton damit.




Beim Begutachten der Kartons mache ich eine äußerst erfreuliche Feststellung, die wir eigentlich hier ausgiebigst feiern müssten, anstatt sie in einem verschachtelten Nebensatz nur mal eben so kurz zu erwähnen:

DER ERSTE KARTON IST LEER ! ! !





Kaum zu glauben aber wahr! Und in der Tat haben wir in Berlin diesen großen Tag tatsächlich doch ein bisschen gefeiert.

Hier die Bilder:




Aber auch zum Arbeiten war noch ein kleines bisschen Zeit.

Da analog zur Hinterachse auch die Vorderachse weiter vorbereitet werden soll, suche ich nach und nach die zugehörigen Teile zusammen, um Komponenten noch zum Sandstrahlen zu geben, Kleinkram der noch fehlt nachzubestellen etc.

So knöpfe ich mir heute die vorderen Radläufe (heißen die überhaupt so?) vor.

Da müssen im Wesentlichen eigentlich nur die Gewinde abgedichtet werden.




Wie schon bei der Bremszange praktiziert, geht das am besten mit den Bremsleitungsschrauben, in denen ein abgeknicktes Stück Bremsleitung sitzt.




Da ich von den Bremszangen nur zwei von diesen Dingern übrig habe, muss ich schnell noch zwei weitere vorbereiten.

Eine prima Gelegenheit, mal wieder das Bördelgerät auszupacken.

So gut das Gerät funktioniert, so schlecht ist seine Beschreibung. Da hatte ich damals ein paar Minuten gebraucht, um erstmal durchzusteigen.

Damit, falls sich jemand vom Euch künftig auch so ein Gerät zulegt, Ihr nicht auch wertvolle Zeit verliert, kommt hier eine ausgiebig bebilderte Beschreibung zum Thema Bremsleitungen bördeln.

Das brauche ich:

- Bördelgerät (hatte ich beim Korrosionsschutz-Depot gekauft
- Bremsleitung
- Bremsleitungs-Schneidegerät (hatte ich auch vom Korrosionsschutz Depot. Hab neulich gesehen, dass es solche Dinger auch im Küchen-Bereich bei Ikea bin. Ob die taugen weiss ich nicht.

Hier sieht man auf jeden Fall ein Stück Bremsleitung und daneben das Schneidegerät.




Die Leitung wird in das Gerät eingeklemmt. Mit der schwarzen Schraube bringt man den Schneider auf Spannung und dreht das Schneidegerät um die Leitung. Wenn sich die Leitung im Schneider lockert, Schraube nochmal anziehen. Das Ganze so lange wiederholen, bis die Leitung ab ist.




Normalerweise sind die verwendeten Bremsleitungsstücke natürlich viel länger. Aber wir brauchen zum Abdichten heute nur zwei kurze Stücke.

Zum Lieferumfang des Bördelgerätes gehören unterschiedliche Schalen, die jeweils als paar kommen. Sie unterscheiden sich im Durchmesser der Leitungsführungen und am Kopfende




Außerdem gibt es noch unterschiedliche Pressstücke. Die, die für die bei uns benötigte Kopfform benötigt werden, sind diese hier:




Und schließlich gibt es dann noch den Hauptteil vom Bördelgerät. Diese Gerätschaft wird in einen Schraubstock eingespannt.




Und los geht's:

Die Leitung wird in eine Schale eingelegt.




Und die andere Schalenhälfte wird drübergepackt.




So sieht's von oben betrachtet aus.




Der so entstandene Block mit der Bremsleitung in der Mitte wird in das Bördelgerät eingelegt (links im Bild).




Dann schwenkt man diese schwarze Fixierplatte über den eben eingelegten Schalenblock und spannt das ganze fest.




Jetzt wird das „Pressstück“ gegenüber vom Schalenblock in die dafür vorgesehene Führung eingelegt und der Presskopf mit der gewünschten Bördelform wird genau gegenüber der Aussparung im Schalenblock positioniert, in dem das Bremsleitungsende herausguckt.




So nochmal von oben betrachtet.




Mit Hilfe des langen Hebelgriffs wird dann das „Pressstück“ gegen die Bremsleitung, die schön im Schalenblock festgeklemmt ist, gedrückt.




Nochmal ein bisschen nachdrücken…




Und fertig ist der Bördel.




Und so sieht sie aus, die gebördelte Leitung aus. Hier neben der Bremsleitungsschraube.




Und hier in der Bremsleitungsschraube.




Jetzt wird das ganze in die Gewinde am Bremsleitungsverteiler im Radlauf geschraubt. Mit dem Bremsleitungsschlüssel, versteht sich. Die Bremsleitungsköpfe sind, warum auch immer, recht weicht und man bekommt sie nur mit diesem Schlüssel richtig gepackt.






Jetzt noch schnell umbiegen, damit kein Strahlgut oder später Lack reinkommt.

Fertig.




Prima. Wieder ein weiterer kleiner Schritt in Richtung Achsmontage ist genommen…

Nächstes Wochenende habe ich mehr Zeit zum Schrauben. Da könnte dann mal wieder ein bisschen mehr geschafft werden.

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9 Kommentare / Ratschläge

Anonymous Naifab hat gesagt...

Hallo TSU!

Deine Radläufe heißen Ankerbleche. Warum? Keine Ahnung...

Gruß
Naifab

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Anonymous Thorsten hat gesagt...

Hallo Tsuppari,

mal eine reine Neugier-Frage zum Thema Bremsleitungen. Wenn die gebördelte Leitung echt wäre (kein Schutz vor Strahlgut), muss dann keine Dichtung mehr zwischen Bördel/Bremsleitungsschraube und Gewinde am Bremsleitungsverteiler?
Könnte ja theoretisch (falls noch Platz nach innen ist) nach innen hineinrutschen, denn die Bremsleitungsschraube hält das Ding ja nur in der anderen Richtung fest. Oder drückt sie den Bördel auf ein Lochblech im Bremsleitungsverteiler?


Gruß
Thorsten

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Hi Peer,
ich bin mir nicht 100% sicher, meine aber das Bremsleitungen nicht Lackiert werden dürfen, damit der TÜV ihren Zustand in Sachen Korrosion besser prüfen kann. Erkundige Dich da noch mal vorm Lackieren.
Gruß Marcus!

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Hallo alle zusammen,das Ding heißt
Bremsankerplatte, weil dort die Verankerung für die Bremsbacken drann ist, auch für die VA, wenn die Funktion, wegen der Bremszangen oder -sättel, nicht mehr übernommen wird, weil diese an anderer Stelle angeschraubt sind
jüla

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Wenn du die Leitungen aus Kunifer machst brauchst du sie eh nicht lackieren, Kunifer rostet nicht. So oder so würde ich eine transparente Wachsschicht aus dem von Marcus genanntem Grund vorziehen, nicht nur wegen TÜV, auch wegen mir!

Gruß Steffen

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Moin Tsu!

Dein Bremsleitungsschneider ist nichts anderes als ein simpler Rohrschneider aus dem Sanitärbereich. Die gibts in allen möglichen Größen und man kann damit sogar Stahlrohre schneiden - wenn man Zeit hat zumindest, weswegen ich für Stahl eher die Kaltkreissäge bevorzuge, hehehe.............

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Anonymous Tsuppari hat gesagt...

stimmt. Ankerbleche. Das hatten wir schon mal. Ich erinnere mich dunkel. Im Vokabeln behalten war nich noch nie wirklich gut...

Bremsleitungen nicht lackieren? na gut.

kaltkreissäge: hört sich martialisch an...

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Anonymous Tsuppari hat gesagt...

hallo nochmal.

habe gerade nochmal die frage von thorsten gelesen. so wie ich das bisher verstanden habe, drückt die bremsleitungsschraube das umgebördelte Ende auf ein "lochblech". wird dadurch bereits alles dicht oder muss da noch irgendeine dichtung zwischen????

grüße vom verwirrten

tsu

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Nein, vernünftig angefertigte Bördel sind selbstabdichtend.

Der Bü

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