Montag, 28. April 2008

Tag 147: Keine Kabelbaumarbeiten

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Wer nach dem ausgiebigen Elektro-Urlaubsbericht von letzter Woche schon mit großem Horror befürchtet hat, dass wir hier jetzt die nächsten Wochen mit Kabelbaumarbeiten verbringen werden, den kann ich beruhigen.

Ich ziehe es vor, erstmal wieder alles Gelernte zu vergessen und mich mit den Dingen zu beschäftigen, die gerade als noch offenere Baustellen in der Werkstatt rumliegen, als der Kabelbaum-Kabelsalat.

Heute hier also KEINE KABEL-BAUMARBEITEN

Mal schaun, wie lange ich mich davor noch drücken kan...



So langsam möchte ich erst endlich mal die Achsen zusammenbauen und so gilt es, insbesondere die dafür nötigen teile fertig zu bekommen. Außerdem möchte ich ein bisschen Platz in der Lackierkabine schaffen, um da vielleicht irgendwann tatsächlich auch mal die Achskörper zu lackieren.

Von den in den letzten Wochen mit drei Lackschichten versehenen Teilen benötige ich einen guten Teil für die Achsen. Alle anderen Teile (Rahmen-Anbauteile, Teile der Seilwinde etc. können fein säuberlich weggepackt eingelagert werden. Diese kann ich, wenn es dann mit dem Rahmen so weit ist, einfach hervorzaubern und anbauen, ohne, dass wir uns dann lange mit Nebenbaustellen aufhalten müssen. Wobei – Nebenbaustellen werden uns auch dann genügend über den Weg laufen. Schätze ich mal so.

Heute nutze ich jedenfalls erstmal die warmen Sonnenstrahlen, um auf dem Hof vor der Werkstatt die lackierten Teile zu inspizieren.

Bis auf ein paar Schrammen an der Ankerplatte und den Schutzbügeln der Seilwinde haben alle Teile eine nahezu perfekte Oberfläche und sehen richtig geil aus. Wenn der Lack jetzt auch noch langfristig hält, war das Brantho-Zeug auf jeden Fall eine gute Wahl. Also Daumen drücken, dass das auch so bleibt.




Während draußen die Teile so fein säuberlich aufgereiht daliegen herrscht in der Werkstatt schon wieder Chaos.




Keine Ahnung, wie ich das hinbekomme, dass es hier immer wieder aussieht wie Sau.




Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich es einfach nicht immer schaffe, nach den Arbeiten aufzuräumen. Manchmal, insbesondere, wenn ich mich so um 21 Uhr, müde von der Arbeit und vollgefuttert vom leckeren Abendessen noch in die Garage schleppe, um überhaupt jede Woche irgendwas auf die Beine zu stellen. Die Zeit ist hier leider weiterhin der wesentliche begrenzende Faktor.




Heute unterbinde ich meinen Aufräum-Zwang aber erstmal und wende mich nachhaltigeren Produktiv-Tätigkeiten zu.




Die nächste Fuhre zu lackierender Teile steht an. Nämlich alles das, was schon beim lackieren der bislang lackierten Teile mit im Lackierraum lag.

Ich dachte, es würde nicht schaden, wenn die ein bisschen Lack abbekommen, während ich die anderen Teile lackiere.

Wie ich jetzt jedoch feststelle, haben die nicht Lack abbekommen, sondern nur Lack-Staub. Und der hat sich biestig über alle in der Kabine zwischengelagerten Teile gelegt. Mit der Druckluftpistole ist nichts zu machen. Mit einem Lappen auch nicht wirklich. Der verschmiert den penetranten Staublack lediglich.

Also müssen Bremsenreiniger und Silikonentferner ran.




Das ist ein ganz schön ätzendes Geschrubbe.

Wenn's nur die beiden Batteriehalterungen wären, dann wär's ja nicht schlimm.




Aber es sind auch die ganzen großen Unterbodenschutz-Teile und der ganze Kleinkram der noch dazugehört.

Bei meinem Lackierernachbarn frage ich vorsichtshalber nochmal nach, ob ich über die geschrubbten Teile einfach so mit Lack drüberduschen kann, oder ob ich noch weitere Schritte unternehmen muss, bis die Teile lackierfein sind.

Kein Thema, sagt der nach kurzer Begutachtung.

Dann kann es ja fast losgehen mit der zweiten größeren Lackieraktion.

_


Vorher gilt es jedoch, noch ein paar Vorkehrungen zu treffen und noch ein paar weitere Teile vorzubereiten.

Erstmal fahre ich schnell nach hause und leihe mir von meiner Freundin nochmal den Staubsauger, um den Boden der Lackierkabine von besagtem Lack-Staub zu befreien.




Vor dem Lackieren habe ich den Kabinenboden jedes Mal mit etwas Wasser aus der Pump-Sprühflasche benetzt, um vorhandenen Staub zu binden und damit zu vermeiden, dass ich den beim Lackieren aufwirbele und der sich auf meinen Teilen, bzw. auf die frischen Lackschichten absetzt.

Durch diese Wasserbenetzung hat sich daher der Lackstaub auf dem Kabinenboden nicht so festsetzen können, wie auf den hier zwischengelagerten Teilen.




Mit Hilfe des Super-Vacuum-3000 Power-Saugers ist der gröbste Staub im Handumdrehen entfernt.




Also weiter mit der Teilevorbereitung.

Bei einer der großen Halterungen von vorne am Kotflügel war mir neulich eine aufgeschweißte Mutter abgeflogen, als das bereits aufgehängte Teil mit diversen anderen Teilen von der Kabinendecke gekracht ist und auf die eingeschraubte Schraube gefallen ist, die ich zum Sandstrahlen dort reingedreht hatte.

Die Mutter soll schnell wieder aufgepunktet werden.




Erstmal hab ich schnell mit der Flex die alten Schweißpunkte an der Aufschweißmutter entfernt.




Jetzt gilt es, die Mutter wieder in die richtige Position zu bringen…




…und dort zu fixieren.

Mit der Grip-Zange kein Problem.







Endlich mal wieder schweißen. Wenn's denn auch nur vier Punkte sind.




Und die sind schnell gesetzt.

Bzzt. Bzzt. Bzzt. Bzzt.




Fertich. Schnell das Ganze noch anschleifen und sauber machen und fertig ist das Teil für die Lackierkabine.




Einige weitere zum Lackieren vorgesehene Teile müssen noch schnell gesandstrahlt werden.

Hier zahlt sich jetzt mal so richtig die damals für den Bau der Kabine investierte Zeit und Mühe aus.




Die Teile sind binnen zehn Minuten fertig für's Lackieren.




Die Ankerplatten der Vorderachse hatte ich neulich nebst den beiden Kupplungshebeln beim Sandstrahler nebenan abgegeben.

Für größere Teile ist mein Kompressor einfach nicht stark genug. Da macht das Selbst-Strahlen keinen Spaß und frisst vor allem zu viel Zeit.






Nun sieht man aber schnell, was denn so ein stärkeres Strahlgerät ausrichten kann.

Löcher:




Wobei man zum Schutz der Strahlfirmen, glaube ich, sagen muss, dass wahrscheinlich die Löcher auf vorher schon da waren, und man Sie nur aufgrund der drüber liegenden Lack- und Dreckschichten nicht gesehen hat.




Wie dem auch sei. Die Löcher müssen raus.

Ich weiss nicht mehr wofür, aber ich hatte irgendwann mal im Baumarkt eine Kupferleiste gekauft, die seitdem hier in der Werkstatt rum lag.

Ihr großer Tag ist heute gekommen.




Schnell in den Schraubstock eingespannt und ein Stück abgesäbelt.




Das abgeschnittene Stück Kupferleiste biete ich etwas und klemme es mit der auch vorhin schon verwendeten Gripzange und einem Neuerwerb von meinem neuen Stamm-Werkzeugladen feste auf die eine Seite des löchrigen Ankerplattenrandes.




Ungefähr so.




So sieht es von der anderen Seite aus.

Jetzt kann ich schön die Camera weglegen und mit dem Schweißgerät auf kleinster Stufe über die Löcher drüberbraten.




Es hat recht gut funktioniert. Die Löcher sind zu, auf der Rückseite gibt es Dank der Kupferleiste kaum Überstand und es gilt jetzt lediglich, die Schweißpunkte mit der Flex plan zu schleifen.




Gesagt, getan.




Innen ist nur minimales Nacharbeiten erforderlich.




Hat richtig gut funktioniert, und ich bin ein kleines bisschen stolz ob dieser schnellen, spontanen und recht sauberen Lösung.




Also auch ab mit diesem Teil in die Kammer.

Jetzt sind wir, glaube ich, komplett.




Schnell nochmal durchzählen…

Na, wenn das mal kein Eiserner Vorhang ist…




Lediglich einige wenige Teile muss ich auf dem Tisch lackieren. Alles andere hängt.




Mittlerweile ist sind die Temperaturen auch in der Garage so angenehm gestiegen, dass ich heute auf das Aufwärmen des Lacks verzichte.




Bevor es aber mit dem Lackieren los geht, tausche ich noch schnell die Filterwolle an meinem Abluft-Schacht. Mein Lackiernachbar hatte neulich ein Stück über und hat es mir einfach in die Garage gelegt. Sehr nett!




Und dann geht es (fast schon mit Routine) auch gleich los – und ist wenige Minuten später auch schon fertig.

Für die Teile habe ich jetzt ca. 450ml Lack verwendet.

An ein paar Stellen, hab ich später gesehen, fehlt noch ein bisschen was, um wirklich den gefüllerten Untergrund abzudecken. Aber es kommen ja noch zwei Folgeschichten.

Da sehe ich das heute nicht so eng.




Bei den Teilen, die ich bisher auf dem Tisch lackiert habe, hatte ich immer das Problem, dass die an den Stellen, wo sie auflagen, immer fest geklebt sind und ich mir beim hochheben immer die halbe Lackschicht mit runtergezogen habe.

Inspiriert durch Lackierer-Daniel von nebenan habe ich mir jetzt Nägel in Holzleisten geschlagen, auf die ich solche Dinge, wie zum Beispiel die Leiste rechts im Bild, oder die Nöppel von der Bremsbackeneinstellung (links) auflegen kann.




Die werden zwar auch noch Macken in den Werkstücken hinterlassen, aber wesentlich kleinere.

Die kann ich dann anschließend mit einem Pinsel ausbessern.

Mal schauen, wie ich diese Methode noch weiter verfeinern kann…




Die zweite Teilefuhre hat jedenfalls ihre erste Lackschicht erfolgreich erhalten. In zwei oder drei Tagen werde ich die zweite Schicht drüberduschen und dann wieder ein paar Tage später die dritte. Und dann müssen auch diese Teile erstmal ca. 4 Wochen beiseite gelegt werden, damit der Lack vollständig aushärten kann.




Bei den neulich lackierten Teilen dürften die ersten drei Wochen mittlerweile verstrichen sein.

Insbesondere die erst viel später zu verbauenden Teile packe ich heute schön in Knallfolie ein und lagere sie ein.

So diese Handbremsteile…




…und die ganzen bereits lackierten Rahmen-Anbauteile.




Ab in Kartons damit, fein säuberlich beschriften und: Aus den Augen, aus dem Sinn.




Um nochmal Klarheit zu bekommen, was mein Problem mit dem Vorderachs-Differenzial sein könnte, führe ich heute nochmal eine zweite "Tragbildmessung" mit Touchierpaste durch.




Zum Blockieren habe ich mir aus einer Rest-Leiste von meinen Balkon-Arbeiten einen Blockierhebel "geschnitzt".




Obwohl ich Thorstens Kommentar von Neulich ("Es könnte sein, dass die Brückenschrauben unterschiedlich angezogen sind") beherzt habe und die Brückenschrauben kontrolliert (und alle fest angezogen) habe, sieht das Tragbild weiter nicht so aus, wie es aussehen sollte.

In beide Richtungen sitzt das Tragbild zu weit außen.

Und zwar jeweils in der entgegengesetzten Richtung:






Jüla hatte mir nochmal sein Übersichts-Schaubild zu Tragbildfehlern geschickt.

Dies hier ist der Fehler, der bei mir vorliegt. Laut Beschreibung muss ich das Kegelrad wohl etwas weiter nach hinten verschieben und nochmal ein bisschen an der Position des Tellerrads herumspielen.




Aber da habe ich heute keine Lust mehr zu.

Ich räume lieber auf…














Und mach dann Feierabend.

Freu mich auf die Woche mit Euch, auch wenn ich aktuell wieder so stark im Job unter Beschuss stehe, dass ich wenig Zeit zum Antworten habe!

Euch eine erfolgreiche Woche!

Tsu

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3 Kommentare / Ratschläge

Anonymous CptBlaubaer hat gesagt...

der zweite Teil des heutigen Berichtes ist doppelt!

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Anonymous Tsuppari hat gesagt...

moin blaubär, danke für den hinweis. war wohl noch etwas benommen vom lacknebel...

ansonsten ist es hier heute herrlich ruhig. scheinen alle viel zu tun zu haben. gut so!

liebe grüße trotzdem

tsu

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Moin,
viel zu tun, vergiss es. Wir sehen alles ;)

Kleiner Tipp für Deinen Lackiertisch. ICh würde den mit einer Abdeckfolie überziehen und diese zwischendurch mal auswechseln. Da bildet sich nach und nach eine mehr oder weniger dicke Schicht aus Sprühnebel der sich beim drüberreiben wieder löst und evtl. Deine schönen Teile versaut.

Gruß,

eumel

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