Montag, 21. September 2009

Tag 208: KNACK!

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Wenn Ihr wüsstet, in was für einem Chaos ich gerade stecke...

Oh Mannomann. Fühle mich wie unser großer Kleiner beim Legospielen. Sobald er sich kurz vom soeben Aufgebauten abwendet, kommt der Kleine (Zerstörer) und reißt es gleich wieder um. Der Unterschied ist nur, dass ich parallel Lego, Playmobil, Fischertechnik, Puzzle, Tetris, Kasperletheater und Mariobrothers spiele. Und das auf allen Ebenen. So kommt's mir jedenfalls vor.

Um Euch mit dem Chaos nicht die Laune zu verderben tun wir einfach so, als wäre vorletzte Woche heute. Denn da war die Welt noch in Ordnung.

Da hing ein frisch zusammengesteckter Rahmen am Dach der Werkstatt und wartete darauf, final verschraubt zu werden.




Das benötigte Werkzeug lag schön vorsortiert bereit.

"Benötigtes Werkzeug". Ha ha! Schaun wir doch nachher mal, was ich tatsächlich alles für die Schrauberei benötigt habe.




Ca. 40 hochfeste Schrauben warten darauf mit 70 (für die 10er), bzw. 120 (für die 12er) Newtonmeter angeknallt zu werden.





Die 12er brauche ich für die Federaugen. Denn da waren vorher 11er Nieten drin. Die Löcher habe ich auf 12mm aufgebohrt und dann per Ahle plan geschliffen. Ob das nun gleich zu setzen ist mit Entgraten, weiß ich nicht. Ich hoffe es aber. Denn hier gibt es jetzt kein Zurück mehr.




Die Muttern habe ich mir schön vorsortiert.




Sie bekommen alle einen Klecks Schraubensicherung von Loctite.



Und dann kann die Schrauberei beginnen.

An einige Stellen ist überhaupt nicht gut ran zu kommen. Soviel zum Thema benötigtes Werkzeug.

Also schnell noch mal zum Schrank gelaufen, um noch ne andere Nuss oder ne andere Verlängerung oder Sonstwas zu holen.




Und weiter. Die Arme muss ich zwischendurch ganz schön verbiegen, um das begehrte Knacken des Drehmomentschlüssels zu hören.




KNACK!

Ha! Da war es wieder!




Nach fest kommt ab!




Und auch hier.




So langsam lichtet sich der Mutternhaufen.




Aber fertig sind wir trotzdem noch nicht.




KNACK!

KNACK!

KNACK!

KNACK!





KNACK x 30 = fertig montiert ist die Hecktraverse.




Schööööön!




Fehlen nur noch die Federaufnahmen (mit denen wir uns gefühlt jetzt das ganze letzte halbe Jahr beschäftigt haben).




Hier kommt man mit dem Drehmomentschlüssel besonders gut ran.

Not!




Aber irgendwann sitzen auch diese Teile. Atombombenfest.




Fast ein erhabenes Gefühl. Wenn der Umzugs einem nicht so dermaßen drohend im Nacken säße.




Nein. Das Zeug hier habe ich mir nicht schon mal für den Umzug rausgelegt.

Das ist was ich tatsächlich alles für die Traversen- und Federaugenmontage benötigt habe. Und zwar immer wieder in unterschiedlicher Kombination.

Mann, war das eine Umsteck- und Umrüsterei.




Aber das Ergebnis stimmt mich versöhnlich.

Fein fein!








Jetzt muss fast nur noch lackiert werden.




Ja liebe Leute. Und da ist schon wieder ein Tag zu Ende.

Denn wir befinden uns im zeitverzögerten Realtime-Modus. Die soeben präsentierte Aktion hat mich einen ganzen Landcruiser-Experiment Tag (sprich einen weiteren kompletten Feierabend) gekostet.

So langsam kann ich verstehen, wenn jemand, der sowas beruflich macht, keinen Bock hat, sowas auch in seiner Freizeit zu machen.

So wünsche ich Euch allen eine produktive Woche!

In Liebe (zum Detail)

Tsuppari



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12 Kommentare / Ratschläge

Anonymous Anonymous hat gesagt...

Nur mal so:
Mit einer Reibahle schleift man nichts plan. Man reibt.

Gruss

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

hm....glaub ich Dir wirklich gern, dass sowas neben der Arbeit, Familie, die ja auch viel Zeit benötigt, wirklich schlaucht. Und irgendwann will man ja auch mal die Füße hochlegen Aber Du gehst ja Deinen Weg hier.Und daher ziehen wohl alle, die dabei sind den Hut vor Dir. ....
Wirklich super, was Du auf die Beine gestellt hast!!
Ich les das hier schon von Anfang an und freu mich auf jeden Montag, um beim Frühstückskaffee mitzulesen. Peer, det haut voll hinne! ;)

VG aus ZZ
Stefan

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Anonymous Wuschel hat gesagt...

Zum Thema Bohrungen entgraten:
Wenn man bohrt, bleibt am Ende des Bohrlochs immer so ein ausgefranster Rand stehen. Den macht man weg, indem man da mal eben den Kegelsenker dran hält. Wenn man das auf beiden Seiten macht und dann auch noch nachreibt ist die Oberfläche der Bohrung überall schön plan. Darauf kommt es an.

Weitermachen!
Carsten

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Anonymous Alex hat gesagt...

Moin!

Sieht wirklich Klasse aus!

Was mir jedoch aufgefallen ist, ist dass DU nur einseitig Unterlegscheiben verwendet hast. Zu einem Satz gehören immer 2 Scheiben, eine kopf- und eine mutternseitig. Daduch wird die Schraube (bei eventuellen Unebenheiten in der Kopfauflage) nicht so sehr auf Biegung belastet. Biegung ist dodelijk für die Schrauben(wie die nachbarn aus dem Westen sagen). Nu ist es zu spät, denn Du wirst sicher nicht alles wieder lösen und neu verschrauben.

Gruß
alex

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Anonymous CptBlaubaer hat gesagt...

aeh! ne! plan heißt eben also kann eine bohrungsinnenseite niemals plan sein die ist ja schließlich konkav!
die Ahle verringert die Oberflächen Rauheit. Die schleift nix plan die reibt nix plan durch reiben verringert sie die Oberflächenrauheit und erzeugt eine höhere genauigkeit was den durchmesser angeht. ein 10 mm bohrer bohrt ein loch, das ungefähr 10 mm durchmesser hat. eine 100mm Ahle reibt ein loch, das vorher kleiner war als 10mm auf (wieder ungefähr) 10mm aber viel genauer 10 mm als der Bohrer.
Das ist für Passungen wichtig. Damit Bohrung und Zapfen möglichst gut zusammenpassen. (gut heißt hier: so wie der Entwickler sich das gedacht hat, mit spiel, oder passend oder mit zwang)
-- Ende ultrakurzer Exkurs Passungen für mehr informationen siehe Dubbel

Als ich den Titel las, hab ich schon befürchtet du hättest was kaputtgemacht! :-)

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Habe leider auch noch etwas auszusetzen. Den Loctite nach einstecken der Schraube auf das Schraubengewinde aufbringen, sonst passiert das, was man auf dem 6. Bild erkennen kann: Der Loctite ist dort wo er nichts nützt...

Grüsse
Andreas

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Anonymous Alex hat gesagt...

Habe grad noch mal genauer hingesehen...
Die Scheiben liegen sogar dort wo sie die Wirkung der Flanschmuttern mindern. Die Muttern haben auf der Unterseite eine Verzahnung, diese dient als Losdrehsicherung. Legst Du nun eine Scheibe zwischen Mutter und Bauteil, so kann sich die Mutter zwar nicht relativ zur Scheibe drehen, jedoch kann sich die Scheibe noch relativ zum Bauteil verdrehen, was die Wirkung der Losdrehsicherung aufhebt. Hättest also genausogut die "normalen" Muttern nehmen können... Ich würde nochmal überlegen, obs nicht besser wäre das Knacken zu wiederholen (mit NEUEN Scheiben).

Nicht böse sein!

alex

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Anonymous Tsuppari hat gesagt...

Mensch Leute,

ich muss doch ein paar Schwachstellen einbauen, damit meine Jungs in 15 Jahren noch ein bisschen was am Wagen zu tun haben.

Denke, die Wahrscheinlichkeit, dass sich bei 40 festgeknallten und verklebten Schrauben was so dermaßen löst, dass die Sicherheit gefährdet ist, ist relativ gering.

Trotdem sind die Hinweise hier auf jeden Fall wichtig und willkommen!

Eigentlich müsste man die ganze Prozedur hier tatsächlich Realtime mit hochauflösender Webcam und Simultan-Kommentierung machen. Oder ich müsste immer eine vorschau auf das geben, was ich vorhabe zu tun. Aber dann müsste ich meinen Job an den Nagel hängen und hier 20 Euro pro Monat Eintritt verlangen.

bock hätte ich ja drauf. Aber wer will schon für's Ratschläge geben bezahlen... ;-)

Demnächst ist das Experiment, wie es aussieht ohnehin obdachlos. Mal schauen, wie es dann überhaupt weiter geht.....

haut rein!

Tsu

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Anonymous Wuschel hat gesagt...

@Cpt Blaubär:
jaaaa... hast ja Recht! Sagen wir mal so, mein Tipp war bildlich gesprochen ;-)

@Tsu: Du wirst doch wohl nicht aufgeben? Hör doch auf, hast du schon so oft gesagt und nie gemacht. Brauchste jetzt auch nicht mit anfangen!

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Anonymous Tsuppari hat gesagt...

Nee. Aufgeben gilt nicht.

"Wenn das Experiment einmal läuft, kann es nicht wieder gestoppt werden!"

Der Point of no Return war also mit dem ersten Tag schon überschritten.

...auch wenn einem das Ganze zwischendurch ganz schön über den Kopf wächst.... ;-)

Aber wir sind ja schließlich auch nicht zum Spaß hier!

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Anonymous Anonymous hat gesagt...

Ich würde gerne mal wissen warum der vordere Teil des Rahmens für die Korissionsbekämpfung nicht geteilt worden ist. Habe das schon in anderen Projekten gesehen.


weiter so

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Anonymous Pit Klein hat gesagt...

Moin,moin,

bin selber alter Landcruiser-Fahrer und habe mich vom BJ 40 bis zum KJ 95 hochgedient. Also diese Homepage ist wirklich suuuper. Wenn ich schon die Teilebilder seh krieg ich echt die Wehmut das ich je meinen Bj verkauft habe.

Wenn ich alles hier lese ist das größte Problem das Werkstattproblem. Alles andere wird ja mit Hilfe deiner Fans und deinem Willen zum ultimativen Schrauben gut gelöst. Hast Du schon mal daran gedacht deine Werkstatt in 1 -2 Seecontainer oder Bürocontainer einzubauen. Wenn Du dann mal wieder umziehen mußt leihst Du Dir den paßenden LKW und fährst die Dinger einfach wo anders hin. Eventuell müßtest Du Dir auch nur noch ein Grundstück mit Wasser und Stromanschluß anmieten was bestimmt einfacher ist. In Industriegebieten gibts bestimmt hier und da mal Platz für 1-2 Container.

Viel Spaß noch beim Schrauben.

Grüße

Pit Klein

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