Sonntag, 20. März 2011

Tag 241: Immer weiter

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Das ist weiterhin schon ganz schön heavy, was da in Japan passiert ist und passiert. Aber ebenso heavy ist die Nummer mit Lybien, sind die Drogenkriegtoten in Mexiko, verschüttete Minenarbeiter in Pakistan, die Situation im Barhain, ausgebrannte Dörfer im Sudan, Folter in Guantanamo oder durch andere Bananenrepubliken usw. Ein wirklich ganz so toller Ort ist unsere liebe Mutter Erde also eigentlich gar nicht.

Um nicht komplett zu verzagen und zu verhärmen hilft es wohl nichts, als dafür zu sorgen, dass zumindest das von einem zumindest ansatzweise beeinflussbare unmittelbare Umfeld, Familie, Freunde, Nachbarn ein Umfeld bietet, in dem man sich der Illusion hingeben kann, das alles in Ordnung ist. Und man macht sich klar, dass die Dinge halt so sind wie sie sind, dass alles für einen selber morgen auch vorbei sein kann und kostet jeden Moment, in dem alles glatt läuft aus, und freut sich, dass es einem gut geht.

Oder man betäubt seine Sorgen und Gedanken diesbezüglich einfach damit, dass man sich in die Arbeit stürzt.

Und letzteres machen wir ohne große Umschweife heute.

Vor Vorteil ist, dass ich die Arbeiten schon soweit vorbereitet hatte, dass wir mit dem weiteren, relativ unspektakulären Weiterverbau von Rahmenarbeiten gleich beginnen können.




Bereit liegen sämtlich in den letzten Jahren aufbereitete Rahmenteile und zugehörige restaurierte und neue Schrauben.






Die Unterbodenschutzteile hatte ich als Gebrauchtteile beschafft. Unter meinem Cruiser war lediglich eine Stahlplatte als Unterbodenschutz verschraubt gewesen.




Auf den Verbau der Heckstoßdämpfer werde ich wohl erstmal verzichten, da ich damit nochmal 20 Zentimeter Hallenplatz verlieren würde. Die können wir dann ganz am Ende als Kür verbauen.




Aber die Gummidämpfer gehören zu den als nächstes zu verbauenden Elementen. Hatte zwar neue bestellt aber bei genauer Betrachtung und nach Lackierung der Bodenplatten war mir aufgefallen, dass die alten doch gar nicht so schlecht sind. Nur halt saumäßig verdreckt.

Von den Chemikalien, die ich im Laufe des Experimentes kennen gelernt habe, gehört dieser Caramba-Kunststoffreiniger hier zu den effektivsten. Völlig gammelig aussehende Gummi- und Plastikteile habe ich damit wieder hochpoliert bekommen. So nun auch die Gummidämpfer.

Rechts vorher, links nachher.




Nun beginnt die fröhliche Gewindeschneiderei. Richtig gemütlich, hier auf dem Boden zu hocken und Gewinde nach zuschneiden.






Dann geht's an den Verbau.

Und hier kommt nun zum ersten Mal die Magnet-Schraubenschale zum Einsatz, die mir meine Arbeitskollegen vor rund fünf Jahren zum Geburtstag geschenkt hatten.

Auf der Unterseite befinden sich zwei sehr starke, mit einer dicken Gummiwand geschützte Magneten. Mit denen lässt sich die Schale schön auf dem Rahmen festpappen. Und die Schrauben obendrauf werden auch schön vom Magneten festgehalten.

Genau so habe ich mir das damals vorgestellt.

Herrliches Arbeiten.












Insbesondere die Schraubenphotos aber auch die Tütchen-Ordnung insgesamt helfen mir bei den Arbeiten sehr. So ganz daneben scheint der Ordnungswahn also nicht zu sein. Das System scheint gut aufzugehen.

Besonders schön ist es immer, wenn ich ein leeres Tütchen oder gar einen leeren Karton wegschmeißen kann.

Da merkt man richtig, dass es voran geht.




Zwischendurch werde ich aber immer mal wieder nervös. Denn hier auf der Erstatzteil-Explosionszeichung wird zwischen Ankerplatte und Federbügeln auf ein "Plate" verwiesen, an das ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann, und mich jetzt frage, ob ich da was Wesentliches außer Acht gelassen habe.




Bei den Stoßdämpfern war mir auch erst nach Sichtung der Teiledarstellung aufgefallen, dass hier auch auf der anderen Seite eine leicht konkave Unterlegscheibe sitzen muss.

Also alle Stoßdämpfer nochmal ausbauen und – insofern vorhanden – die Scheiben einsetzen.

Vier davon fehlen. Die hatte einer der Vorbesitzer schon verbaselt. Muss ich also nachbestellen.




Als nächstes kommen die Batteriehalterungen...




...und diverser weiterer Anbaukram.






Getriebehalterung.




Und schließlich auch das Lenkgetriebe (kann man auf der Bildvergrößerung vorne rechts erkennen).

Beim Verbau des Lenkgetriebes ist mir aufgefallen, was ich Dank Euch hier schon an coolen Tricks gelernt habe – an die ich mich tatsächlich auch spontan erinnere, wenn es zu bestimmten Problemstellungen kommt.

Für den Verbau des Lenkgetriebes musste ich zwei neue Gewindebolzen einsetzen. Hatte dazu eine Mutter auf die eine Seite des Bolzens gedreht, um ihn in das dafür vorgesehene Gewinde einzusetzen. Als ich die Mutter wieder losdrehen wollte habe ich natürlich den Bolzen wieder mit ausgedreht.

Was hab ich dann gemacht? Zwei Muttern auf dem Gewinde gegeneinander verkantet und dann hat's gefluppt.

So macht das Spaß.




Alles in allem sind wir wieder ein Stück vorangekommen, auch wenn mir eigentlich nicht zum Arbeiten war.

Aber es hilft ja alles nichts. Wat mut dat mut. (womit nicht Steffens Mutt gemeint ist. Aber der mut auch!)

Beste Grüße

Tsuppari
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3 Kommentare / Ratschläge

Anonymous FP hat gesagt...

Schön das es weitergeht. Flucht in die Normalität eben.

Ich hatte vor kurzem mal versucht eine Mail zu schreiben, die ersten Versuche gingen schief und auch der letzte scheint nicht geklappt zu haben...
Prüf' mal die E-Mail Adresse unter "Kontakt".

Ansonsten: Ein cooles Projekt und weiter so. :)

Ich will die Kiste fertig sehen.

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Anonymous Anonym hat gesagt...

wat muTT dat muTT. Nix "Mut". Naja gut, Mut braucht man auch. Aber mutt kömmt von müssen. Doppel-S=Doppel-T.

;-)

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Anonymous Anonym hat gesagt...

sehr geil ! sieht ja schon wieder fast aus, wie etwas, das fahren kann.

komme übrigens auch aus berlin und bin gerade auf der suche nach einer ähnlichen location. gibt es auf dem gelände noch mehrere solcher hallen ?

gruß kevin

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