Montag, 11. April 2011

Tag 244: Rechts vor Links

Oh jemine.

Ich habe das ungute Gefühl, dass der Rhythmus hier schon wieder durcheinander kommt. Es fehlt halt weiterhin die Zeit und Muße, sich mal in der Werkstatt einzuschließen um dort in Ruhe vor sich hin zu basteln. Und wenn selbst die Zeit bzw. Ruhe fehlt hier am Rechner zu sitzen und ein paar Zeilen herunterzutackern... Aua aua...

Aber irgendwie kriegen wir dieses Ding von Landcruiser schon fertig.

Hab mir in den vergangenen Wochen immer wieder durch den Kopf gehen lassen, wie an der einen oder anderen Stelle beschleunigt werden kann.

So überlege ich nun zum Beispiel, die Bremsleitungen nicht alle neu zu biegen und zu bördeln, sondern die alten ggfs. zum Ultraschallreinigen zu geben, und sie dann wieder zu verbauen. Sollte uns Wochenlanges Biege- und Bördeltheater ersparen.

Nichtsdestotrotz gibt es ja immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen.

So ist mir das mit dem schwarzen Fett in den schönen gelben PU-Buchsen immer noch nicht ganz geheuer. Insgesamt finde ich es seit Beginn des Experimentes erstaunlich, wie man auf bestimmte Fragen unterschiedliche Antworten erhält, die dann jeweils zum Inhalt haben, dass diese eine Antwort die anderen Antworten ausschließt, bzw. mit dem Realisieren der anderen Antworten große Probleme einhergehen.

Die einen sagen:
"Nimm das schwarze Fett auf gar keinen Fall, es macht die Buchsen hart."

Die anderen sagen:
"Ist völlig egal, welches Fett Du nimmst."

Und wieder andere sagen:
"Wir haben immer das schwarze genommen."

Wie soll man da wissen, ob man alles richtig macht oder nicht???? Ganz schön schwierig. Vor allem steht mir immer kurzfristig das Herz still, wenn ich bestimmte Kommentare lese über etwas, was ich auf keinen Fall tun soll, und ich weiss, dass ich das, was ich in den Kommentaren lese, schon längst getan habe, weil die "Landcruiser Experiment" Folge schon in Form von Fotos auf meiner Digitalcamera schlummert...

Aiaiaiaiaiai....

Wahrscheinlich müsste ich die Hälfte der Karre nochmal auseinander reißen, um an bestimmten Stellen nachzujustieren...

Wäre super, wenn wir bzgl. der Federbuchsen eine Einigung finden könnten. Dann werde ich in den sauren Apfel beißen und das Fahrgestell bzgl. Blattfedern nochmal auseinander reißen...

Und Zack! – sind wieder 4 Wochen vorbei.

Ein weiterer Rückschlag ereilt uns wie angekündigt heute.

Vorige Woche hatten wir den Umlenkhebel in die richtige Position gebracht...




...um hier die Lenkstange einzuhaken.




Scheint auch wunderbar zu funktionieren, nur, dass die Stange verdammt nah am Stoßdämpfer liegt.




Und dabei ist sie hinten noch gar nicht richtig verbaut.




Ansonsten schaut's ganz gut aus.




Wenden wir uns also den Spurstangen zu.




Hier muss ich jetzt erstmal im Handbuch nachschlagen, wie das eigentlich alles sitzen muss.




Ah ja.




Mmh mmhh...




Erst mal eine Schelle hier nach hinten drehen, wobei mir meine Spreizzange, die eigentlich für U-Ringe gedacht ist, hilft.




Prima.




Und jetzt wird's konisch. Äh, hab ich "konisch" gesagt? Ich meinte eigentlich "komisch". Obwohl "konisch" das ganze am besten trifft.

Die Spurstangenkopfbolzen (so nenne ich sie jetzt mal) sind konisch geformt, um nachher schön fest in den Passungen zu sitzen. Ihr erinnert Euch vielleicht, was das für eine Plackerei war, die alten Spurstangenköpfe von den Spurstangen zu lösen...

So weit so gut. Eigentlich müsste der Spurstangekopfbolzen hier jetzt schön in diese Öffnung "hineingleiten" und ich könnte von der anderen Seite die Kronenmutter draufsetzen und fertig.

Aber irgendwie will das Ding nicht da rein. Auch ein Schlag mit dem Hammer hilft kein Stück.

Komisch konisch...




Ich probiere ein wenig rum, versuch's mal von der anderen Seite – und da passt's. Aber das Ding gehört von dieser Seite (Photo unten) auf die Spurstange.

Und nach ein bisschen Grübelei fällt es mir wie Schuppen von den Augen.........

Verdammte Hacke!

Die Spurstangenköpfe hatte ich Schlau-Sparfuchs in Australien gekauft...

Und was ist im Australischen Autoverkehr signifikant anders als hier bei uns?????

Der Fahrer sitzt rechts im Auto und nicht links. Und also ist der ganze Krempel bzgl. Lenkung, Spurstangen etc. in den australischen Autos genau umgekehrt verbaut.

Ich habe mir also ein Spurstangenset für Rechtslenker gekauft!!!!

Wat nen Mist. Und ich bin mir sicher, dass ich diesbezüglich in irgendeiner Form hier schon mal gewarnt worden bin...



Stellt sich die große Frage, ob ich nun nur den einen Spurstangekopf mit dem Einpassloch neu besorgen muss, oder alle neu angeschafft werden müssen.

Und es ist auch fraglich, ob der Einpasssatz im Umlenkhebel auch für RHD's ist oder allgemein nutzbar ist.

Das Problem, dass die Lenkstange den Stoßdämpfer berührt kann ich mir nur so erklären, dass das Gewicht von Motor und Getriebe die ganze Chause 2-3 Zentimeter nach unten drückt und dann alles in Ordnung ist.




Sollte dem nicht so sein freue ich mich über Eure Vermutungen und Ideen, wie dieses Problem in den Griff zu kriegen ist. Es kann eigentlich nicht sein, dass der Stoßdämpfer zu dick ist. Hab den die Tage noch mit einem originalen verglichen. Der war unten genau so dick.




Und daran, dass diese Mutter am Lenkgetriebe hier weiter angezogen werden muss kann es eigentlich auch nicht liegen. Denn auch das sieht original genau so aus.




Hier mal im Vergleich zum "vorher-Zustand". Da sind gut 2-3 Zentimeter Platz zwischen Lenkstange und Stoßdämpfer.




Während ich hier so vor mich hin fluche, gehen die Arbeiten am anderen Ende der Werkstatt gut voran.

Mein Helferlein fegt fleißig Schuttreste zusammen und verfrachtet sie in einen Eimer.








Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.




Für wertvolle Funde hat sich der Sohnemann ein kleines Senfeimerchen geholt und dort Wertstoffe gesammelt. Wer weiß. Irgendwann fehlen einem genau diese Schrauben. Wäre aber auch zu schade gewesen, die einfach wegzuschmeißen.




Jetzt aber schnell Hände waschen.



Und dann gibt's zur Belohnung was Leckeres aus der Schweiz!




Abends bin ich dann nochmal in die Werkstatt gefahren. Aber nur, um noch ein wenig aufzuräumen.

An der Magnetwand bin ich beim Arbeiten am Rahmen immer wieder mit dem Fuß hängen geblieben.




Also schnell den Akkuschrauber raus...




...und das Ding an die Wand gespaxt.

Hier kann ich jetzt schön einzukaufende Teile notieren, Schaltpläne aufhängen etc.




Wenn jetzt die Wanne rechts mit den ganzen Kartonresten zum Müll gebracht wird, haben wir hier fast richtig viel Platz für neue Schanddaten.

Und bei dem schönen Wetter kann man dann das Eine oder Andere auch draußen vor der Tür bewerkstelligen.




Euch allen eine tolle Woche!

Tsuppari

...der sich diese Woche um einen oder mehrere Spurstangenköpfe kümmern muss.


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8 Kommentare / Ratschläge

Anonymous Anonym hat gesagt...

Hallo Peer,

ich denke, solange die Lenkstange den Stoßdämpfer nicht berührt und wie ich auf dem Foto gesehen habe ist dort noch ordenlich platz, sollte es nach meiner Meinung keine Rolle spielen. Wobei ich nicht der Toyo Fachmann bin ;-))

Viele Grüße vom Niederrhein

Robert

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Blogger Tsuppari hat gesagt...

ja, nur leider tut die Lenkstange den Stoßdämpfer berühren, sobald man sie richtig einhängt. Das war auf dem oberen Photo, auf welches Du Dich bezieht leider der Fall... ;-(

Besten Gruß zurück an den Niederrhein, wo wir demnächst ein hoffentlich schönes Osterwochenende verbringen werden... ;-)

Lieben Gruß

Peer

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Bremsleitungsgeschichten haben mich übrigens bei meinem Auto etwa 3 Stunden gekostet...das wirst du wohl in einer Reinigunsorgie wohl auch brauchen!

Gruß

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Anonymous Anonym hat gesagt...

hallo peer,

bremsleitungen neu aus kunifer.....;-)

normale spurstangenköpfe sollten passen, nur lenkungsteile sind "andersrum"

lg
heiko

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Hallo Peer,
zu Deinen Bremsleitungen eine Überlegung:
Das heute verwendete Material ist aus Kosten- (oder eher Profit-)gründen wesentlich minderwertiger als das damals verbaute (denk`an das Gespräch mit Jürgen über die Problem, mit denen Toyota heute kämpft und die sie dort bis vor einigen Jahren nicht mal kannten!) Und dann rechne die Sache noch auf die "Dritt-Ausstatter" ... Bei meinem Sprinter waren jetzt 2x1m BL zwischen Tank und Unterboden komplett weggerostet und sind der Werkstatt bei einer Probefahrt geplatzt. Vorher war der Bereich nicht zu sehen, wegen des Tanks. Der Wagen ist 14 Jahre alt, was nicht viel ist, wenn wir bedenken, daß hier für die Ewigkeit gebaut werden soll. Kommentar der Werkstatt war übrigens, daß die BL von Strich8-er Modellen noch immer wie neu aussehen.
Fazit: Ich würde die Leitungen lassen, wenn sie von außen gut aussehen (keine Rostnarben haben). Aber was weiß ich schon ...
Ich bin nicht 100% sicher, glaube aber daß BL nicht lackiert o.ä. werden dürfen. Mag der TÜV nicht, weil die sehen wollen, wie´s mit der Sicherheit bestellt ist. Also nicht verleiten lassen!
Gruß Marcus!

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Hallo,
Ich würde einmmal den alten und den neuen Hilfslenkstock(Hebel) vergleichen, ob die Abmessungen ident sind.
Gruß

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Anonymous Anonym hat gesagt...

normale bremsleitungen (nicht kunifer) sind aus sicherheitsgründen immer:
-nahtloses rohr
-verzinkt
-pulverbeschichtet, farbe grün

.

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Anonymous Anonym hat gesagt...

warum damals mehr platz zwischen stoßdämpfer und lenkstockhebel war, liegt warscheinlich daran, das damals die federn durchhingen und somit der winkel zwischen oberer und unterer stoßdämpferaufnahme flacher war als jetzt wo die federn frisch sind dann, dann wird der winkel nämlich steiler und der platz enger is bei mir auch so, solange du noch bissi platz hast so lassen wird ja tendenziell eher mehr ;)

grüße tommy

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