Donnerstag, 23. Februar 2012

Tag 260: Plattenmanöver

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Es geht weiter.

Das kurze Garagenintermezzo ist beendet und wir wenden uns wieder existenzielleren Dingen zu:

Morgen ist Umzug und bis dahin muss die Küche zumindest einigermaßen einzugsfertig sein.

Dazu erfolgt frühmorgens erstmal ein großer Run auf die Holzabteilung im Baumarkt. Im Gegensatz zur letzten Küche habe ich mich diesmal für Eicheplatten statt Buche und für 38mm Stärke statt 28mm entschieden. Das Ding soll ja diesmal was Bleibendes werden.

Die Platten bekommt man im Baumarkt immer wieder vergleichsweise günstig am Stück, wobei einem bei Nachfragen im richtig guten Holzhandel immer wieder versichert wird, dass im Baumarkt Chinaware verkauft wird, die ggfs. nicht ganz so langlebig ist, wie was vernünftiges, weil minderwertiger Leim für die Verleimung der Holzstäbe verwendet wird etc.

Da ich aber bei keiner meiner selbstgebauten Küchen bislang Probleme mit der Baumarktware hatte, und richtig gute Qualität mit ihren ca. 100% höherem Preis einfach im Budget nicht mehr drin ist, setze ich diesmal wieder auf Baumarkt.

Die Jungs beim Zuschnitt schnaufen ganz schön beim Umherwuchten der ins zwei vier Meter auf 80 Zentimeter großen und 38mm dicken und der 4 Meter auf 60 Zentimeter mal 28mm dicken Platte und sägen alles auf das gewünschte Maß zu.

Hoffentlich habe ich mich bei der Planung nicht vermessen…

Die Platten lasse ich mir von einem der fliegenden Spediteure, die hier rund um Ikea und Baumarkt um die Gunst der Einkaufenden buhlen, für 25 Euro liefern.




Im Haus angekommen wartet erstmal noch ein bisschen Feinarbeit.

Da wir mit einer Wärmepumpe heizen, haben wir uns nur für’s Kochen keinen Gasanschluss legen lassen (und so um die 1.500 Euro Anschluss und Buddelkosten gespart).

Dafür muss dann aber eine möglichst galante Form der Gas-Eigenversorgung hergestellt werden. In der alten Wohnung hatten wir auch keinen Gasanschluss und haben uns ans Kochen mit Flaschengas gewöhnt.

Die Flaschen halten ca. drei Monate und ich habe insgesamt drei Buddeln. Wenn die zweite leer ist, schließe ich die dritte an und packe die anderen beiden in den Kofferraum zum Tausch bei der nächsten Reise zum Baumarkt. Damit bin ich bislang so gut gefahren, dass dieses System auch hier fortbestehen wird.

Allerdings soll die Flasche komplett verschwinden und dazu nutze ich toten Raum in der rechten hinteren Küchenecke, unterhalb der Arbeitsplatte.

Ganz so tot ist der Raum aber nicht, sodass ich aus dem Eckschrank ein Stück Ecke raussägen muss.




Dann wird eine Halterungsplatte mit Winkeln vorbereitet.




Die Platte wird verschraubt, die Gasbuddel positioniert und angeschlossen.




Passt!




Und funktioniert!

Der erste Kaffee aus der neuen Küche im neuen Haus.





Anschließend bzw. parallel wird die Dunstfilterhaube montiert und weitere vorbereitende Maßnahmen zur Montage der Arbeitsplatten getroffen.




Und bezüglich der Platten gibt es noch einiges zu tun.

Ab also in die halbgedämmte und noch mit diversem Zeug vollgestellte Garage. Zum Glück habe ich die Heizkanone mittlerweile aus der Experiment-Werkstatt geholt, sodass mir die Finger in der Kälte (minus 14 Grad Außentemperatur) nicht abbrechen.




Zunächst gilt es, die Ausschnitte für Spüle und Herd vorzubereiten. Und das mit dem neuen Handkreissägenmonster, das ich heute zum ersten Mal selbst bedienen werde.

Au weia. Wenn das mal gut geht….

Etwas nervös springe ich noch diverse Male zwischen Küche und Garage hin und her, um auch ja das richtige Maß einzuzeichnen und anschließend auszusägen.




Mit der Führungsschiene ist das eine richtig coole Sache. Im Vergleich zur Ausführung einer solchen Arbeit mit der Stichsäge (siehe letzte Küche) liegen da Welten zwischen was die Schnittqualität und natürlich die Geschwindigkeit angeht. Auch wenn ich das ganze aus gehörigem Respekt vor diesem Werkzeug etwas zitterig und mit heftigster Konzentration und Sorgfalt angehe.




Die Eckbereiche müssen dann aber mit der Stichsäge ausgesägt werden, weil die Kreissäge da aufgrund des runden Sägeplattes natürlich nicht hinkommt.




Dabei will der Ausschnitt von unten fixiert werden, damit er mir beim Aussägen der Ecken nicht nach unten wegbricht und womöglich die Ecke ausreißt.




Et voilá. Es hat tatsächlich funktioniert.




Der Herd ist ausgeschnitten




Gleich die Spüle hinterher.




Jetzt werden Arbeitsböcke durch die Gegend geschoben und Krempel wird zur Seite geräumt, um die Platten so zusammenzusetzen, wie sie später in der Küche liegen sollen, um die Bohrungen und Fräsungen für die Plattenverbinder einzusetzen.




Und dann geht auch schon das fleißige Bohren los.







Vom Schreiner auf dem alten Werkstattgelände habe ich mir eine „Lamellofräse“ geliehen, um in die Stöße von beiden Seiten Nuten einzufräsen, in die dann die Lamello-Chips, eine flache Art Holzdübel eigesetzt werden, damit beide Platten bündig aneinandergesetzt werden können und dann auch so bleiben.




So sehen die Lamellos aus:




An Rändern der gebohrten Löcher säge ich mit der Stichsäge jeweils zwei Kerben und schlage den damit entstehenden Nöppel mit dem Beitel raus.




So langsam sieht man was.




Jetzt das ganze einmal umdrehen, verschrauben, und dann mit dem Exzenterschleifer (Marke Festool – von meinem Kumpel) erst mit 240er, dann mit 320er und dann mit Schleiffließ drüber, um die Platten und vor allem die Übergänge schön glatt und bündig zu bekommen….

…um nach dem reinwuchten ins Haus festzustellen, dass der Ausschnitt für den Herd ca. drei Millimeter zu schmal ist…

Aaargh!

Also nochmal zurück das Ganze und mit noch zittrigeren Händen gute 5mm an der Seite und hinten abgenommen.

Jetzt sollte es passen.




Halb zwei morgens sind dann alle Platten inklusive der Regelböden (die musste ich alle noch für die Tablarträger vorbohren und dann auch entsprechend schleifen) im Wohnzimmer und bekommen ihre erste Ölschicht.



Zwei Stunden später, nachdem ich noch diversen anderen Kram geregelt und gebastelt und rumgeräumt habe, liegen die Platten lose an ihrem Bestimmungsort. Schnell werden noch sämtliche rumliegenden Teile wie Schubladen, Schranktüren etc. zusammengeräumt, damit morgen beim Umzug nix im Weg rumsteht.

Sämtliche leeren Kartons fliegen raus, es wird nochmal ordentlich durchgefegt und durchgesaugt, Fließ als Bodenschutz wird ausgelegt, und dann kann es morgen losgehen.




Raus aus der Stadt. Raus aufs Land.




Und wenn das nun schon wieder nix mit nem Landcruiser zu tun hat, sind wir dennoch unserem Motto heute wieder mehr als treu geblieben:

Umziehen – Aufräumen – Schrauben.

In diesem Sinne allseits frohes Schaffen!

Tsuppari

P.S. Das mit der Dampfsperre in der Garage habe ich nach mehrfachem Herumfragen in der Reihenfolge: Dämmwolle, Spanplatte, Dampfsperre, Rigips. Gelöst. Ob jetzt die Spanplatte hinter oder vor der Dampfsperre ist, scheint da wohl egal zu sein, wobei ich das am Haus jetzt auch eher anders herum beobachtet habe. Aber egal. Garage steht jetzt sowieso erstmal hinten an….
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10 Kommentare / Ratschläge

Anonymous Anonym hat gesagt...

Küche wird sicher schön! Bin nen bißchen neidisch auf Deine neue Kreissäge :-)

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Anonymous Anonym hat gesagt...

wieso keinen normalen Elektro oder Induktionskochplatte?

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Sehr schöne Küche, schöne Ideen! Weiter gehts! :)

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Anonymous Anonym hat gesagt...

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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Anonymous Anonym hat gesagt...

hallo peer,

prima gemacht ;-)

hab wieder keinen newsletter bekommen dafür aber wohl ein spammer....

oder ist das eine gutbezahlte werbung....

lg
heiko

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Blogger Tsuppari hat gesagt...

Hi Heiko,

das mit der Spammerei ist ein allgemeines Problem bei blogger.com, wo ich die Webseite hoste. Ich bekomme am Tag ca. 30 weitergeleitete Spam-Kommentare. üblicherweise erscheinen die aber nicht hier auf der Seite, weil Google die wohl irgendwie rausfiltert.

Ich weiss auch ehrlich nicht, warum alle Spammer Welt fast ausschließlich mit Viagra durch die Gegend wirft. Gibt doch noch so viele andere schöne Sachen...

Newsletter habe ich diese Woche nicht verschickt, weil ich mit dem Einstellen eines neuen Tages geschludert habe und warten wollte, ob's jemandem auffällt... ;-)

Tag 261 ist aber schon in der Mache für nächsten Montag... ;-)

Beste Grüße an alle aus der verschneiten Wallachei.

Tsuppari

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Anonymous Anonym hat gesagt...

hallo peer,

hab ich mir gedacht......einen hast du vergessen zu löschen ;-)

am heiligen abend gibts news? respekt!

dir und deiner familie ein frohes fest und nen guten rutsch.....

lg
heiko

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Also mir ist es sehr wohl aufgefallen das es diese Woche nichts neues zum lesen gab.
Hauptsache es geht wieder weiter, denn deine Berichte machen den Montag zu einem besseren Tag.

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Blogger Tsuppari hat gesagt...

wow!

Sowas nehme ich mir natürlich besonders zu Herzen!!!!

Dann bis Montag!

Beste Grüße & schönen 3. Advent!

Tsu

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