Montag, 1. September 2014

Tag 265: Plattenmanöver Reloaded

Es rappelt im Karton. Äh, im Kofferraum.

Ihr kennt das vielleicht. Wenn man umzieht ist es leicht, große Teile wie Betten, Schränke und so rauszuschleppen und ähnliche Dinge wie Bücher, CD’s, Geschirr etc. geordnet in Kartons zu packen.

Aber egal, wie geordnet man das Ganze angeht (und nach 15 Haushalts- und 5 Werkstattumzügen weiß ich, wovon ich spreche): Am Ende liegt immer noch haufenweise Kleinkram oder “Unsortierbares” rum, das man zusammenklauben und dann gemischt in Kartons und Kisten packen muss, um es anschließend mühselig wieder auseinanderzufummeln. Plus die größeren Einzelteile wie Stehlampen, Hocker etc., die man dann noch irgendwie in den LKW reinkeilt und reinquetscht.

Und vor allem kommt man meistens erst an diesen Punkt, wenn man mit allem anderen durch ist, und eigentlich schon keine Lust mehr auf Umziehen (sondern eher auf Bier oder sowas) hat.

Im Hinblick auf unseren (hoffentlich dann auch allerletzten) sechsten (!) Umzug soll diese Situation weitest gehend umgangen, bzw. verkürzt werden.

Dazu habe ich mir vorgenommen, bei jeder Fahrt nach Berlin zum Sport, Flughafen oder wo ich sonst hin muss, immer mal schon eine Fuhre Krempel mitzunehmen und vor allem auch die anderen Dinge schon einmal für den Transport vorzubereiten.






Drei solche Fahrten habe ich jetzt schon hinter mir. Ne Menge Papiermüll, Pfandflaschen, Stahlreste, Unbrauchbares, Kaputtes und Überflüssiges Zeug sind auf den Wertstoffhof gewandert... ...und der Rest stopft mir jetzt nebst Baumaterialien für meine im Bau befindliche Gartenhütte und der ganzen anderen Plörre die Garage erstmal voll.




Zudem wächst schon wieder der Berg von Neuanschaffungen für die anstehenden Arbeiten in der Werkstatt oder für die anderen laufenden Projekte.




Auch für den Nachwuchs ist gesorgt. So gab's zum 8. Geburtstag für meinen Großen von den Großeltern ein tolles Werkzeugset nebst einem Werkzeugkisten-Bausatz. Wär doch gelacht, wenn nachher nicht ich, sondern meine Jungs die Karre fertig bauen...




Ein Foto von der prima gelungenen Werkzeugkiste hab ich leider nicht. Aber während der Große daran gebastelt hat, hab ich mit dem Kleinen aus Resten eine bauähnliche Kiste gebaut, die zwar null tragetauglich ist, aber prima zum Verstauen von Zeug, was sonst kreuz und quer durch die Gegend fliegt.

Für diejenigen unter Euch mit kindern: Werkzeug und Bausatz hab ich bei www.die-werkkiste.de" gefunden. Das Werkzeug ist absolut hochwertig (ausschließlich deutsche Hersteller im Norddeutschen Raum) und die Bausätze sind, denke ich, prima für einen Einstieg geeignet.

Das mal als uneigennützige, kostenlose Werbung für eine tolle Idee mit toller Umsetzung.




Bevor das mit der neuen Werkstatt eingetütet war hatte ich noch angefangen, eine Verkleidung für die Mülltonnen draußen vor der Garage zu bauen.

Das muss noch schnell fertig gemacht werden, sonst hab ich keine Ruhe für die anderen Arbeiten.

Also schnell noch weiter Restholz verballern...






So langsam stellt sich Routine bei den Holzarbeiten ein. (Bei Gelegenheit und als Lückenfüller komm ich sicherlich auf das Eine oder Andere der letzten zweieinhalb Jahre zurück).




So, Fronttür für die kleine Tonne wird aus der fertigen Fläche ausgesägt, rechts kommt ne Klappe für die große Papiertonne drauf und oben zwei Klappen, um Müll abzuladen.




Türen




Türen und Klappen.




Farbe drauf.




Und fertig.







Ein weiterer Schritt im großen Ordnungsprojekt.

Bilder von den Schnüren, die beim Aufklappen der Klappen oben auch die Mülltonnen aufklappen hab ich jetzt nicht. Aber damit funktioniert das Müll abladen ganz schön gut.

Will ja nicht spießig erscheinen aber so find ich's einfach netter, als wenn draußen immer die schwarzen Tonnen kreuz und schwer und schräg rumstehen und von Fliegen umrundet werden.




Aber dafür sind wir ja nicht hier. Nur der Vollständigkeit halber.

Deshalb geht es jetzt weiter:

Schnell ein paar Stapelleisten in den Kofferraum. Um 11 soll die Lieferung kommen....

Also schnell zur neuen Werkstatt.




Da isser ja schon! Der Baustofftransporter.

Nachdem ich erstmal viel gemessen und dann viel gerechnet habe, hab ich mir bei verschiedenen Baumärkten und Baustoffhändlern Angebote für die erforderlichen Werkstattmaterialien eingeholt. Da der Vermieter einen Teil der Kosten übernimmt, bzw. mir für die tatsächlichen Materialien die Hälfte als mietfrei gibt, brauche ich hier nicht sonderlich zu improvisieren, sondern kann es gleich vernünftig angehen.

Wie gut, dass ich die letzten drei Jahre aufgeheizt vom Experiment und von Bauleuten, Baustellen, Baumaterialien und eigener Bauwut umgeben war/bin, sodass mir diese Themen mittlerweile nicht mehr ganz so fremd sind.

Und so kam der Kollege (leider nicht wie abgestimmt mit einem Gabelstapler) hier mit stapelweise Rigips (2600 x 1200 x 125mm), U-Profilen (für Boden und Decke) und Dämmmaterial an.




Die Dämmwolle...




Und die Profile ausladen war recht trivial.




Wie jetzt aber die 120 Rigipsplatten vom LkW runter und in die Halle reinbekommen???




Glücklicherweise fand sich in der Nachbarschaft ein hilfsbereiter Gabpelstaplerfahrer, der zumindest die Paletten gegen nen Sixpack Radeberger runtergeladen hat.




Und dann ging die Schlepperei los.




Platte




für Platte




für Platte.




Kennt Ihr das, wenn einem eine bestimmte Arbeit (erstmal) richtig Spaß macht und man sich freut, dass man einen Berg davon vor sich hat und dann irgendwann aber der Stapel nicht mehr schrumpft und die Arme länger und länger werden?

Genau so war das heute bei mir.

Und um mich zwischendurch ein bisschen "auszuruhen" hab ich mich mal ein bisschen mit der Bausubstanz hier beschäftigt, um zu schauen, wie ich hier mit den Bauarbeiten vorgehen werde.

Die Wand, die ich für das Tor rauskloppen muss besteht innen aus Gasbeton. Also ein Zeug, was man sehr leicht weggeschlagen bekommt, weil es recht weich ist.

Wäre darüber nicht eine Lage knallefester Beton.

Mit dem Zimmermannshammer brauchte es da schon ein paar Schläge mit der spitzen Seite, um da überhaupt ein paar kleine Öffnungen reinzubekommen.







Nur dieses Kleine Loch in die Betonschicht zu bekommen war (vor allem nach der Schlepperei der Rigipsplatten) schon echt anstrengend.

Au weia. Das kann ja heiter werden.




Mal schauen, was die Mottek (der ganz fette Hammer ausm Kofferraum) ausrichtet.

Mh.

So gut wie nix...




Vorne am Eingang sieht es noch übler aus.

Die Türschwelle



besteht aus einer verrosteten, bestimmt 2cm dicken Stahlschiene und oben drüber



aus knallehartem Bodenbeton. So knallehart, dass sich so gut wie nichts tut, wenn man mit nem normalen Schlagbohrer und nem 8er Bohrer versucht dort ein Loch reinzubekommen.

Und für das Verlegen der U-Profile für die Rigipswände werde ich jede Menge Löcher bohren müssen.

Huiuiui. Ich seh mich hier schon ganz schön schwitzen.



Jetzt aber erstmal weiter Platten schleppen.




Und tatsächlich schrumpfen die Stapel draußen.




Yes! Werk vollbracht. Genug für heute. Meine Arme sind beide jetzt 17,74 cm länger. Echt! Hab's nachgemessen! Und die Schultern brennen.

Um mir schon mal die Dimensionen anzuschauen, lege ich mir die geplante Fläche mit U-Profilen ab.

Vorne wo das Tor hinkommt, soll es eine große Fläche geben und hinten zwei jeweils 3x5 Meter große Räume. Einer zum Dreck machen (Schweißen, Flexen, Schleifen etc.) und einer ggfs. zum Lackieren.

Ja, über die Abluft werde ich mir Gedanken machen müssen. Mach ich dann auch!

Es wird auf jeden Fall ein Heidenspaß werden. Und viel viel Arbeit.

Aber dafür sind wir ja hier.

Mal sehen, wozu ich diese Woche kommen werde...

Zu Hause wartet auch noch so eine kleine Baustelle auf mich. Aber zumindest kann ich da das Beton-Abkloppen schon mal üben...




Bevor ich es aber vergesse.

Bin die Tage dort vorbeigekommen, wo die erste Werkstatt war.

Dort entstehen jetzt Beachvolleyballhallen.

Na toll!




So. Und jetzt Kaffee austrinken und an die Arbeit alle Mann!

Beste Grüße & einen guten Start!

Tsuppari

P.S.: Sorry, wenn ich noch nicht zum regelmäßigen Beantworten der Kommentare komme! Und es wimmelt hier nur so von toten Links. Tag 262 etc. Gebt mir mit dem allem (und auch mit der "Spendensache") noch ein bisschen Zeit und habt ein wenig Geduld. Muss mich hier auch erstmal wieder "eingrooven"!!!


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10 Kommentare / Ratschläge

Anonymous Anonym hat gesagt...

Hi Tsu,
für solche Arbeiten taugt eine Schlagbohrmaschine nix, da sollte ein Bohrhammer her. Wenns nur für einmal ist leih Dir ne Hilti beim Werkzeugverleih, ansonsten gehört ein pneumatischer Bohrhammer einfach ins Haus, Punkt. Das kann für gelegentlichen Einsatz auch ein etwas preiswerterer sein, und wenn ein Satz Bohrer und Meissel dabei sind ist es auch kein Schaden.

Gryße!
Andreas, der motorang

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Andreas hat recht. Beton ist nix für Schlagbohrmaschinen. Hilti muß nicht unbedingt sein, ich selber hab einen grünen Bosch PBH2000 vor grübelgrübel 12 Jahren oder so gekauft, der hat inzwischen mehrere 1000 Löcher zwisch 6 und 25mm in irgendwas zwischen Ytong und Stahlbeton. Ich wart die ganze Zeit drauf daß er draufgeht, und ich mir was neues kaufen darf, aber der verreckt einfach nicht :-)

Grüße
Hans

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Finde es auch gut dass du wieder schreibst. Die Instagram Filter, oder was auch immer du verwendest verfälschen allerdings die Eindrücke die du vermitteln willst. Sieht alles nach Sommer, Sinne und Strand aus statt nach dem Projekt der Projekte.

Ich würde mir die Fotos wieder ohne Teenie Filter wünschen.

Gruß
FP

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Moin,

schön das das Projekt, oder besser die Projekte, wieder da sind.

Kannst Du bitte noch mal Bilder von den Schnüren posten mit den Du die Mülltonnen öffnest? Laufen die über irgendwelche Umlenkpunkte oder direkt? So 'ne Müllverkleidung würde uns nämlich auch gut zu Gesicht stehen.

Bis denn

Daniel

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Hallo Tsu,
um einen guten pneumatischen Bohrhammer kommst Du nicht herum. Wichtig ist der Vergleich der Schlagenergie (Joule). Da wird manchmal gespart. Und nehme auf jeden Fall ein Gerät mit Drehstopp, dann kannst Du damit auch meißeln. Wahrscheinlich sogar den harten Beton. Ist für Dich und für die Wand schonender als mit dem Vorschlaghammer. Evtl. könntest Du den Torausschnitt auch mit einer Flex mit Diamantscheibe sägen, oder zumindest einschneiden und dann rausschlagen. Diese Trennschleifer mit Benzinmotor, wie sie für Pflasterarbeiten verwendet werden, wären sicherlich ideal.
Ein guter Atemschutz bei Arbeiten am Mauerwerk ist wahrscheinlich angebracht, wer weiss was da alles verbaut wurde.
Gruß Jürgen

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Moin Tsu,

für die Befestigung der Profile könntest du dir auch im Werkzeugverleih ein Bolzensetzgerät ausleihen. Schiessen ist bedeutend angenehmer und vor allem schneller als Dübeln, nicht umsonst arbeiten die meisten Trockenbauer heute mit Gasdrucknaglern.
Für die Säule gibts mehrere Möglichkeiten: Entweder mit (elektro)pneumatischem Abbruchhammer in Staub verwandeln oder erst mal mit Kernbohrgerät richtig schwächen und dann die Reste wegmeisseln. Alternativ Betonsägefirma kommen und raussägen lassen. Oder meine örtlichen Kollegen vom Technischen Hilfswerk fragen ob die nächstgelegene Räumgruppe noch Arbeit sucht :-))
Ich würde den Abbruchhammer bevorzugen, da brauchst aber schon mind. den TE 805 von Hilti oder was ähnliches von Duss oder Wacker für - mit ner kleinen Bosch brauchst da nicht anzufangen, das überlebt die nicht.


Gruß Tobi (der schon das ein oder andere abgerissen hat und eine Betonkettensäge mittlerweile zu schätzen weiss)

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Anonymous Anonym hat gesagt...

hallo peer,

wenn du was vernünftiges zum bohren und stemmen brauchst, ich hätte noch einen blauen bosch-hammer in groß (gbh 7, sds max)abzugeben......;-)

alternativ kannst du die profile auch kleben....
wichtig ist, die profile aus stabilitätsgründen untereinander mit einer krimpzange zu verbinden.

und die einfahrt perforierst du vorher mit einem bohrer.......

lg
heiko

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Anonymous Stefan hat gesagt...

Hallo Tsu,

schließe mich Jürgen an, erst einmal von beiden Seiten einflexen und dann mit ´nem Bohrhammer den Rest erledigen.
Habe selber auch nur einen Topcraft Bohrhammer vom Aldi, hat mich bis jetzt noch nicht im Stich gelassen.

Gruß

Stefan

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Blogger AerosolWerk hat gesagt...

Es ist schon wahnsinn was da in der ganzen Zeit so alles bewegt wird :) Weiter so auch wenn der Weg manchmal etwas steinig ist.

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Die auszustemmende Wand rundrum anflexen, wie oben schon einige geschrieben haben, ist deine einzige Möglichkeit, eine saubere Kante hinzubekommen (außer du beauftragst einen Profi, aber ich denke, mit deiner Erfahrung mittlerweile hast du das nichtmehr nötig).
wenn du es dir einfach machen willst und einen Ansatzpunkt dafür hast, entfernst du dann nur die oberste Reihe Gasbetonsteine mit dem Stemmhammer und kippst die restliche Wand einfach mittels Flaschenzug raus. Bei den paar m² Wand fallen dir sonst beim Stemmen die Arme ab...

Achja, wenn das der übliche DDR-Beton ist, der auch für die Außenwände der Plattenbauten verwendet wurde: Mein Beileid. Das einzige Gerät, mit dem ich bisher durch das Zeug durchgekommen bin, war die große Hilti... selbst die Bosch versagte und kam keine 20mm tief rein.

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