Montag, 29. September 2014

Tag 329: Alles im Lot

Ich krieche so langsam voran.

Diese woche habe ich es nur kurz in die Werkstatt gemacht.

Die Asbest-Sache beunruhigt mich etwas und man bekommt überall andere Informationen. Da ist es ganz schön schwer, sich da eine eigene Meinung zu bilden.

Suche jetzt eine Asbest-Entsorgungsfirma hier in der Nähe, um mal mit Proben hinzufahren, um prüfen zu lassen, ob im Beton und in den Deckenplatten überhaupt Asbest drin ist.

Oben auf dem Dach der Halle die Rillenplatten sind auf jeden Fall aus Asbest. Das Zeug hatte ich schon auf der Wellblechgarage (der eine oder Andere erinnert sich vielleicht an die „Regendicht“-Aktion) in Berlin. Normale Asbest-Platten fasern so ganz komisch und sehen auch echt bösartig aus. Ob das hier in der Werkstatt jetzt wirklich Asbest ist, oder ob wir uns hier gemeinschaftlich in etwas reinsteigern, das will weiter analysiert werden.

Um trotzdem hier ein wenig voran zu kommen, nutze ich die kurze Zeit, um etwas Arbeitsvorbereitung zu machen.

Damit ich demnächst (vielleicht nächste Woche) anfangen kann, die U- und C-Profile für die Rigipswand zu setzen, wird heute erstmal Maß genommen, bzw. sollen die Wandstrecken „eingezeichnet“ werden.

Dazu habe ich mir ein bisschen Material vorbereitet.




Damit ich in die vermeintlichen Asbestplatten oben an der Decke nicht bohren muss, habe ich mir solche Schneideschrauben / Selbstschneidende Schrauben (oder wie die heißen) besorgt.




Ein davon schraube ich oben an der Eingangsseite in die Decke und befestige daran…




…den Schlagschnur-Rollator.

Das Konzept „Schlagschnur“ hab ich hier auch die letzten Jahre erst kennen gelernt. In das Gehäuse, in dem die Schnur aufgerollt wird, habe ich blaues Kreidepulver eingefüllt. Die Schnur wird dadurch mit Kreide durchpulvert. Sie wird dann auf der einen Seite, von der man eine gerade Linie ziehen möchte befestigt und auf der anderen Seite, wo die Linie aufhören soll, ebenfalls. Und zwar so, dass sie schön unter Spannung steht und knapp über der Decke bzw. über dem Boden liegt. Dann zieht man sie wie eine Gitarrenseite nach oben/unten und lässt sie nach unten/oben auf den Boden/die Decke schnellen. Durch das Schnalzen der Schnur auf den Boden/die Decke wird dann dort eine im wahrsten Sinne des Wortes „schnurgerade“ Linie angezeichnet, an der man dan schön Wände etc. ziehen kann.


Also wird hier dann an der Decke auf der anderen Seite eine weitere Schraube eingebohrt.




Da.




Jetzt die Schnur abrollen, an der anderen Seite befestigen und…




….frrrrrrrr, haben wir unseren Wandverlauf.






Jetzt gilt es, die Linie für die Wand unten genau unterhalb der Linie oben anzuzeichnen.

Dazu bediene ich mich eines Lots, das wir gleich fällen werden.

Das Lot wird mit der Schnur oben an der einen Schraube befestigt, ich beruhige es, damit es unten still steht…




…und zeichne mir auf beiden Seiten unten den Punkt an, der genau unterhalb der Schraube von oben liegt.




An beiden Seiten bohre ich ein Loch mit dem Bohrhammer und befestige dort ebenfalls Schrauben…






…die ebenfalls mit der Schlagschnur verbunden werden.

Und fertig ist der Verlauf der Seitenwand.




Jetzt schnell mal ein erstes U-Profil probehalber verschrauben.

Passt!




Und jetzt mus ich auch schon wieder los. Arg stressig hier gerade.

Haut rein und macht nichts, was ich nicht auch machen würde.

Tsuppari.


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11 Kommentare / Ratschläge

Anonymous Stan hat gesagt...

coool, die Schlagschnur kannte ich noch nicht, danke für diesen wertvollen Tipp, hättest du flattr, ich hätte gleich drei mal geliked

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Anonymous Anonym hat gesagt...

hallo peer,

sehr professionell.......aber bevor du alles verschraubst, würde ich die schienen erst mit kleber fixieren, ständerwerk aufbauen, ausrichten und dann erst verschrauben (so entgehst du abdriftenden bohrern und kannst noch länger korrigieren und brauchst weniger löcher bohren...) und das ständerwerk mit einer crimpzange verbinden......

zusätzlich würde ich bei der länge aus stabilitätsgründen mindestens 1, besser 2 oder 3 ua profile verbauen ;-)

lg
heiko

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Anonymous Anonym hat gesagt...

ach ja, die selbstschneidenden schrauben brauchst du nur für das ua profil.....für die deckenplatten grobgewinde und für das ständerwerk normale feingewinde ohne schneidspitze.......ist viel günstiger und hält besser

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Eine erste Einschätzung ob die Deckenplatten könnte ein einfacher test zeigen. Wenn man ein kleines stück mit einer spitzen Zange mit dem Feuerzeug erhitzt soll asbest wogl hell glühen, jedoch nicht verglühen oder schmelzen.

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Blogger Tsuppari hat gesagt...

Huhu!
Das mit flattr sollte ich mir dann wohl doch langsam mal anschauen. was ich bisher gesehen habe trifft das ja genau die Intention.

Bzgl. Rigipswände werde ich mir noch entsprechende Verstärkungsprofile besorgen.

Kleber fürs Vor-verkleben, bzw. doppelseitiges Hardcore-Klebeband hab ich schon. Die Selbstschneidenden muss ich für die Decke nehmen, da ich erstmal durch die Asbestplatten durch in den darüber liegende Holzbalken muss.

Stichwort Asbest: Die Deckenplatten sind definitiv Asbest. Die Wände nicht.

Die Lösubg für die Decke wird sein, dass ich sie komplett mit Rigips abhängen/verkleiden werde. Wenn Wände und Decke verkleidet sind werde ich mit einer Kohorte von Industriestaubsaugern durch die Halle marschieren und sie quasi vakuumisieren. Damit sollten die Risiken auf ein Maximum minimierbar sein.
Hab jetzt so viele Meinungen und Informationen zum Thema Asbest eingeholt, dass ich damit gut schlafen kann - zumindest wenn ich hinnehme, dass halb deutschland voll von Abest zu sein scheint in Garagen, Gartenlauben, Datschen, Bauernhöfen/Stallungen, Industriehallen, Schulen, alten Bremsbelägen etc. Das ist wohl die schlechte Nachricht. Aber wenn Ebola oder Die Kranken vom IS erstmal hier sind, dürfte das mit dem Asbest nicht weiter stören...

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Blogger Stan hat gesagt...

schade um die Kohle, ich würde die Wände befästigen, dabei immer mit Staubschutzmaske und Schutzkleidung, die du hinterher entsorgen kannst, arbeiten!

http://www.der-autowagen.de/2014/06/arbeitsschutz-geht-alle-an.html

und dann würde ich die Decke noch mal weiß Streichen, mit guter Dispersionsfarbe, da fällt dann keine Faser mehr runter!

Industriestaubsauger sind da sicher die schlechteste Idee, es sei denn du stellst ihn draußen hin und kontaminierst mit der Abluft noch die Wiesen neben an... ich würde den Boden einfach mal ordentlich durch wischen und dort wo du arbeiten willst, auch gleich noch mit Epoxid Bodenfarbe rollen ;-)

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Moin,
Decke abhängen würde ich lassen, jede Schraube ist ein potentieller Faserfreileger.Nochmal streichen kann sinnvoll sein. Lass Dich nicht von den Panikmachern verrückt machen. Der Poster der die meiste Panik verbreitet hat hat den größten Mumpitz empfohlen:Decke abhängen und dabei tausend Löcher in die Platten bohren.
Im Übrigen kann ich dir nur wiederholt empfehlen, jetzt, wo alles wieder läuft, das Wissen der Community abzufragen,bevor du irgendwelchen Scheiß machst ;-).

Gruß Steffen

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Anonymous Anonym hat gesagt...

schrauben die zweite; für die deckenbefestigung GROBGEWINDE ohne schneidgewinde, auch durch die deckenplatten, wenn holz darunter ist......die schneidköpfe sind nur für metall.

die decke würde ich, wie beim hausbau, mit einer folie abspannen und am rand verkleben.....dann rieselt nix mehr in den raum ;-)

ansonsten würde ich steffens rat befolgen; vorher fragen ;-)

lg
heiko

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Anonymous Anonym hat gesagt...

Moin moin,

man kann Asbest schon einigermassen bedenkenlos bohren, somit stellt das Abhängen der Decke und die damit notwendigen Bohrungen nicht so wirklich ein Problem dar. Das große Manko an der Geschichte ist aber dass man das nicht einfach so machen kann. Für das Bearbeiten von asbesthaltigen Elementen gibt es genau festgelegte Arbeitsverfahren in denen auch die zu treffenden Sicherheitsvorkehrungen definiert sind. Beim Bohren zb die zu verwendende Absaugeinrichtung die garantiert dass keine Fasern in die Umgebungsluft gelangen. Das geht nicht mal eben mit jedem x-beliebigen Industriestaubsauger, dafür sind unter anderem Staubsauger mit Spezialfiltern erforderlich und da kostet allein der Filter richtig Geld.
Es gibt Dinge die man aus gutem Grund die Profis machen lassen sollte. Asbest gehört definitiv dazu - wer damit arbeiten will/muss/soll benötigt zwingend einen Asbestlehrgang mit regelmässigen Wiederholungsunterweisungen auf dem man lernt wie man mit dem Stoff umgehen muss, welche Arbeitsverfahren es gibt, welche Geräte verwendet werden müssen und so weiter. Dieser Lehrgang ist ein Prüfungslehrgang, wer durchrasselt darf keine Asbestarbeiten durchführen!


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Anonymous Anonym hat gesagt...

Hm, reißt hier etwa wieder der alte Schlendrian ein? Ich will nicht hoffen, daß wieder was Schlimmes passiert ist.

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Blogger Knut Mayer hat gesagt...

Moin Tsu,

ich habe in den letzten Wochen fast dein komplettes Experiment durchgelesen. Ich bin darauf gestossen weil ich mich mal vorab ein wenig Inspiration nehmen wolle für mein nächstes grösseres Projekt: BJ42, Baujahr 1984, gekauft am 9.11.1989, 2 Mal Teilrestauriert. Jetzt soll die ultimative letzte Restaurierung beginnen.
Für mich wird es etwas einfacher was die Location betrifft, beheizte Doppelgarage ist vorhanden, muss nur noch hergerichtet werden....

Du bekommst das hin!!!!!

Grüße aus dem westlichen Westen
Knut

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